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Yapsteine

Die Steine wurden "Fei" genannt. Sie wurden in verschiedenen Steinbrüchen der Palaugruppe gefördert und wie bereits bekannt in verschiedenen Größen hergestellt. Der Stein besteht aus zumeist gelblich weißem Aragonit, wobei auch die Farbe und Bearbeitung den Wert beeinflussten. Milchweisse oder schokoladenbraue Steine mit feiner kristalliner Körnung waren besonders begehrt. Dabei wogen sie von 50 Gramm bis über 3000 Kilogramm! Diese Steine wurden dann auf einem Floß auf dem Seeweg über 400 Kilometer transportiert. So manche schwere Fracht ging in Stürmen verloren. Auf den größeren Steinen ist meist der Name des Herstellers und Transporteurs vermerkt und blieb so über Generationen in Erinnerung. Wenn ein Besitzerwechsel von einem der großen Exemplare stattfand, blieb der Stein zumeist an Ort und Stelle stehen. Da die Steine allen bekannt waren, wurde ein Transport zum neuen Eigentümer überflüssig. Man brachte es zu hohem Ansehen und großen Einfluss, wenn man in mehreren Dörfern Steine stehen hatte. Vor der Verschiffung mit europäischen Schiffen betrug der maximale Durchmesser ca. anderthalb Meter - mehr war mit einem Floßtransport nicht möglich. Die noch heute bewunderten Riesensteine wurden mit europäischen Schiffen importiert, wobei manch ein Yapbewohner mehrere Kokusnussernten verpfänden musste um diesen Transport zu bezahlen. Das Inselgebiet Mikronesien im nordwestlichen Teil des Pazifiks wurde einige Zeit von Deutschen verwaltet. Zu diesem Inselgebiet zählen die Karolinen, Marianen , Marshal- und Gilbertinseln. Yap und Palau gehören wirtschaftlich, geographisch und völkerkundlich zu den Karolinen - weichen jedoch mit Ihrer Geldgeschichte weitgehend von den anderen Inseln ab. Die damalige Kolonialverwaltung erwarb mehere große Exemplare und sicherte sich so den Status eines reichen und mächtigen Häuptlings. Durch die Eingliederung in das Geldsystem wurde die Kolonialverwaltung gleichzeitig auch in das System der sozialen und politischen Rangklassen eingebunden. Es herrschte ein gutes Verhältnis zwischen den Insulanern und der Kolonialmacht - zur Bewachung der Insel wurden 10 bis 15 einheimische Polizisten abgestellt. Ein etwa mannshoher Stein hatte einen Wert von ca. 3000 Kokusnüssen; ein Stein von 35 cm Durchmesser brachte 400 Kokosnüsse (ca. 1919) Die Steine wurden auch ins Verhältnis zur deutschen Währung gesetzt. Ein Stein von 8 bis 10 cm Duchmesser galt 25 Pfennige; ein Stein von bis zu 20 cm Durchmesser galt 50 Pfennige; ein Stein mit 40 cm Durchmesser würde dem 2 Markstück gleichgesetzt. So war die Kolonialverwaltung bemüht das Steingeld kursfest zu machen. Es war seinerzeit nahezu jedem deutschen Schulkind ein fester Begriff und die Umrechnung in Mark diente der geordneten Rechnungsführung des Bezirksamtes der Westkarolinen mit Sitz in Yap (Mikronesien) Heutzutage sind schätzungsweise noch 6500 Steine vorhanden und können teilweise noch immer besichtigt werden. (c)www.primitivgeld.net
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Steingeld auf der Insel Yap. Foto: Anonym, vor 1910
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Von "http://www.numispedia.de/Yapsteine"

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