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Token

Token bedeutet eigentlich (Geld)zeichen. Im engeren Sinn versteht man darunter in Großbritannien vom 17. bis ins 19. Jahrhundert privat herausgegebene Münzen, die im Geldumlauf anstelle nicht oder nur spärlich vorhandener staatlicher Münzen verwendet wurden. Im weiteren Sinn steht der Begriff Token für Notgeld, Marken und ähnliche Gegenstände. Die britische Numismatik verwendet den Begriff Token auch für offizielle Münzen, die nicht den vollen Metallwert aufweisen, etwa die Bank Token aus der Zeit nach 1804 in Großbritannien und Irland.

Seit dem englischen Bürgerkrieg (1642-1660) kam es infolge Kleingeldmangels zur Ausprägung von Token, meist im Wert von einem Halfpenny oder einem Farthing durch Städte, öffentliche Einrichtungen, Kaufleute und Handwerker. Es entstanden weit über 10.000 Typen, die auch überregional in Umlauf gelangten. Diese Prägungen verschwanden zu Begin des 18. Jahrhunderts aus dem Umlauf und wurden zunächst durch offizielle Kupfermünzen ersetzt. Das ausführliche Zitierwerk für diese Gruppe von Token ist: The Norweb-Collection. Eine gute Auswahl ist in British Tokens and their Values, 2nd ed., London: Seaby 1984 zusammengestellt.

Die technisch veraltete und zu klein gewordene Tower Mint konnte den mit der Industrialisierung und den Kriegen seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts steigenden Bedarf an Kleingeld nicht decken. Auf den britischen Inseln begann eine Blütezeit der Token im Jahr 1787 mit der Ausgabe der Anglesey-Pennies und später auch Halfpennies. Diese wurden aus dem Kupfer der Parys-Mine in Anglesey hergestellt, die Prägung erfolgte in der Soho Mint bei Birmingham. Die Ausprägung der schweren Kupfermünzen setzte die Einführung moderner Prägetechnik und die Nutzung der Watt'schen Dampfmaschine voraus. Das Publikum nahm die Token gerne an, eine in die tausende gehende Zahl von Ausgaben folgte. Dabei gab es seriöse Herausgeber und solche, die unterwertig münzen ließen. Die Herausgeber schlechter Token versteckten sich oft hinter nicht existierenden Firmennamen oder fälschten das Aussehen gut eingeführter Token. Parallel wurden Nachahmungen staatlicher älterer Halfpennys unter Veränderung der Legende produziert. Diese sogenannten "Evasions" waren sehr untergewichtig und täuschten von der Erscheinung her lang umgelaufene Stücke vor. Schon bald entstand ein lebhafter Sammlermarkt. Die Hersteller reagierten darauf mit großen Serien von Token, die Gebäude oder historische Ereignisse darstellten. Für Sammler wurden Sonderprägungen, vermeintliche Fehlprägungen und Stempelkopplungen produziert. Vermögende Sammler oder andere Privatpersonen kreierten ihre eigenen Luxusausgaben, die nur zu Geschenkzwecken dienten. Mit der Ausprägung der staatlichen Kupfermünzen 1797, der sogenannten "Cartwheel-Pennies" ebbte die private Tokenprägung ab, einzelne Ausgaben erschienen noch bis 1801. Der Gebrauch privater Token wurde in England ausdrücklich verboten.

Die Token dieser Periode werden im Münzenmarkt häufig als "Conders" oder "Conder-Token" bezeichnet. James Conder, ein Händler aus Ipswich und selbst Herausgeber und Sammler von Token, hatte 1798 einen Katalog dieser Token veröffentlicht. Heute ist immer noch maßgebliches Zitierwerk der D&H: The Provincial Token-Coinage of the 18th century illustrated by R. Dalton & S. H. Hamer, erweiterte Ausgabe hg. v. Allan Davison, Cold Spring 1996. Das Werk ist leider schwer zu benutzen, da es nach der Einteilung Großbritanniens in Grafschaften nach dem Stand von ca. 1800 gegliedert ist. Die einzelnen Tokenausgaben werden oft willkürlich bestimmten Orten zugewiesen, die Bedeutung der tokenproduzierenden Industrie wird unzureichend berücksichtigt. Es gibt noch regionale und andere Spezialkataloge, zB. R.C. Bell: The Building Medalets of Kempson and Skidmore 1796-1797, Newcastle u.T. 1978.

Nach der Conders-Periode gab es in England noch drei wichtige Gruppen von Token-Ausgaben:

Weitere wichtige Werke:


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Beispiel: Parys-Mine Co., Anglesey Halfpenny Token 1791

Siehe auch

Von "http://www.numispedia.de/Token"

Diese Seite wurde bisher 3725 mal abgerufen. Diese Seite wurde zuletzt geändert um 14:20, 21. Nov 2012. Inhalt ist verfügbar unter der Creative Commons.


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