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Thema:Münzmeister der Römischen Republik, L. Titurius L.f. Sabinus

Inhaltsverzeichnis

Die Person des L. Titurius L.f. Sabinus und Ursprung der Gens

L. Titurius L.f. Sabinus (Lucius Titurius Lucii Filius Sabinus)

Die Gens der Tituria wird auf die Sabiner und deren König Titus Tatius zurückgeführt. Das Volk der Sabiner war ein Teil der indogermanischen Sabeller in Mittelitalien. Sie waren unmittelbare Nachbarn der Römer und kamen 290 v. Chr. endgültig unter deren Herrschaft.

Münzemissionen des L. Titurius L.f. Sabinus

Die Münzemission des L. Titurius L.f. Sabinus beschränkt sich auf drei Denartypen, vier verschiedene Asse, 3 Semistypen und einen Quadratus. Die AE Münzen werden überwiegend aufgrund der verschiedenen Schreibweisen des Münzmeisternamens differenziert.

Denar 1 - Der Raub der Sabinerinnen

Münzdarstellung

Abbildung Avers: Bärtiger Kopf des Tatius nach rechts gewandt., AT (in Ligatur) links neben dem Kinn

Anmerkung: Als Variante kommt auch anstelle des AT die Darstellung eines Palmenzweiges unter dem Kinn vor.

Abbildung Revers: Zwei römische Soldaten, jeder trägt eine geraubte Sabinerin in den Armen

Die Person des Sabiner Königs Tatius wird hier durch das AT (in Ligatur) deutlich. Besonders erwähnenswert ist hier die auf zwei Varianten des Sabinerinnenraubes Denars existierende Aufschrift [A.PV]. Diese Aufschrift bedeutet argento publico = aus staatlichen Silberreserven. Eine solche Aufschrift ist nur bei 8 Denaren der Republik zu finden.

Weitere Denare mit der Aufschrift argento publico wurden geprägt unter:

C. Fabius-[EX A PV]
M. Lucilius Rufus-[PV]
L. Sentius-[ARG PVP]
P. Servilius Rullus -[P]
L. Titurius L.f. Sabinus-[A PV]
M. Fannius, L.Critonius-[P A]
Mn. Fonteius-[EX A P]
L. Iulius Bursio-[EX A P]

bild:Stop_hand.png An dieser Stelle muss noch Text rein.

<das warum.. aus staatlichen Silberreserven>


Mythologischer Hintergrund

(...)Nach der Ermordung seines Bruders herrschte Romulus weise und umsichtig über die Stadt. Um seine Bevölkerung zu vergrößern, erklärte er Rom zur Freistadt. In der Folge kamen viele Männer in die Stadt, jedoch wenige Frauen.

Quelle: Wikipedia, Romulus und Remus - Gründung der Stadt Rom (http://de.wikipedia.org/wiki/Romulus_und_Remus#Gr.C3.BCndung_der_Stadt), Autoren (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Romulus_und_Remus&action=history)
Siehe auch: Projekt Gutenberg, Römische Sagen, Die Gründung Roms (http://gutenberg.spiegel.de/sagen/rom/roms.htm)

Um dieses Problem zu lösen verwendete Romulus eine List. Er lud die Bewohner der benachbarten Städte zu einem großen Kampfspiel. Mitten im Spiel stürzten sich die römischen Krieger auf die kaum bewaffneten Gäste und sprengten sie auseinander. Dabei ergriffen sie alle Mädchen, deren sie habhaft werden konnten.

Raub der Sabinerinnen

Die Brüder und Väter schworen Rache. Die Mädchen, von denen die meisten Sabinerinnen waren, ließen sich jedoch eine nach der anderen zur Heirat bewegen. Als die Sabiner später mit einem starken Heer kamen und sich mit den Römern eine Schlacht lieferten, drängten sich die Frauen aufs Schlachtfeld und flehten darum, den Kampf zu beenden, der um sie geführt wurde, da auf der einen Seite ihre Brüder und Väter, auf der anderen ihre Männer und Kinder sterben würden. Ihre Bitten hatten schließlich Erfolg, Romulus und Titus Tatius, Herrscher der Sabiner, reichten einander die Hand. Die Kämpfer verbrüderten sich, und Römer und Sabiner verschmolzen ihren Staat unter der Doppelherrschaft von Romulus und Titus Tatius.

Quelle: Wikipedia, Romulus und Remus - Der Raub der Sabinerinnen (http://de.wikipedia.org/wiki/Romulus_und_Remus#Der_Raub_der_Sabinerinnen), Autoren (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Romulus_und_Remus&action=history)
Siehe auch:Projekt Gutenberg, Römische Sagen, Der Raub der Sabinerinnen (http://gutenberg.spiegel.de/sagen/rom/raub.htm)

Kommentare zur Darstellung

Kommentar:
Brautraubsagen sind in agrarischen Gesellschaften nicht unbedingt negativ belegt. Solche Gesellschaften entwickeln meistens strikte Vorschriften zur Exogamie; die Männer müssen sich ihre Frauen von außerhalb holen, um Inzucht mit allen genetischen Folgen zu vermeiden. Das wird häufig friedlich durch Verabredungen der Väter geregelt, aber Entführungen - Gewalteinsatz als Beweis der Stärke - sind nur dann ein Grund für Racheaktionen, wenn der Entführer das Mädchen nicht heiratet. Die Darstellung, die Livius im I. Buch seines Geschichtswerks gibt, ist sehr differenziert: nach den moralischen Maßstäben des 1. Jh. v.u.Z. spricht er von Unrecht (iniuria), Bruch des Gastrechts (violatum hospitii foedus) - ein sehr schwerer Vorwurf - und Treuebruch (fides decepta). Romulus selbst räumt das gegenüber den Mädchen ein, weist aber deren Eltern Mitschuld zu, weil diese aus Stolz Verbindungen mit den Römern abgelehnt hätten; oft sei aus Unrecht später Gunst entstanden (saepe ex iniuria postmodum gratiam ortam). Und nach dem Friedensschluss werden die beiden Gemeinschaften mit einem Doppelkönigtum unter Romulus und Titus Tatius, dem Sabinerkönig, vereinigt - aus der Perspektive des 1. Jh. Roms erster Schritt zur Bildung des Imperium. Somit ist die Entführung im Nachhinein gerechtfertigt, aus römischer Sicht ebenso ein positives Ereignis wie alle anderen erfolgreichen Schritte zur Pax Augusta. (Iotapianus)

Denar 2 - Der Verrat der Tarpeia

Münzdarstellung

Abbildung Avers: Kopf des Tatius nach rechts gewandt, Palmenzweig unter dem Kinn

Abbildung Revers: Tarpeia frontal mit Schilden vor ihrer Taille, mit nach oben gestreckten Händen stößt sie zwei Soldaten zur Seite, die ihre Schilde nach ihr werfen

Bemerkenswert ist hier auch der Halbmond oberhalb der Tarpeia; hier sind viele Deutungen möglich, von der Einführung des Lunakultes durch Tatius bis zu einem Erkennungszeichen für Tarpeia.

Mythologischer Hintergrund

Die Tochter des Spurius Tarpeius, römischer Kommandant der Wache auf dem Kapitol, verriet aus Liebe zum Sabiner Titus Tatius das Kapitol, indem sie den gegnerischen Sabinern in die Burg Einlass gewährte.

Der Verrat der TarpeiaDer Verrat der Tarpeia
Aus Propertius IV, 4
vidit harenosis Tatium proludere campis
pictaque per flavas arma levare iubas:
obstipuit regis facie et regalibus armis,
interque oblitas excidit urna manus.
Tarpeia sieht Tatius auf dem Felde zu Pferde Kampfübungen machen und ist von ihm so fasziniert, daß ihr der mitgeführte Krug aus den Händen fällt.
saepe illa immeritae causata est omina lunae,
et sibi tingendas dixit in amne comas:
saepe tulit blandis argentea lilia Nymphis,
Romula ne faciem laederet hasta Tati.
Oft nahm sie Vorzeichen des unschuldigen Mondes als Vorwand,
Und sie gab vor, sie müsse ihr Haar im Fluß anfeuchten,
Oft brachte sie silberne Lilien den reizenden Nymphen,
Auf daß nicht ein römischer Speer verletze die Gestalt des Tatius.

Als Gegenleistung sollte sie das erhalten, was die Sabiner am linken Arm trugen. Gemeint waren damit die goldenen Armringe. Nach dem Verrat wurde sie aber mit den Schilden erschlagen, die die Krieger ebenfalls am linken Arm trugen.

oder auch:
Nach dem Verrat wurde sie aber mit den Schilden beworfen und von einer Felsklippe am Capitol gestürzt.

Der Verräter ist auch demjenigen verhaßt, dem er mit seinem Verrat nützt.

Kommentare zur Darstellung

Kommentar:
Nach Tarpeia dürfte auch das Tarpeium Saxum benannt worden sein, der Tarpeische Felsen. Es handelt sich dabei um eine steile Felsklippe am Capitol, von der Verräter zu Tode gestürzt wurden. (Chinamul)

Denar 3 - Victoria in Biga

Münzdarstellung

Der dritte Denartyp ist traditioneller, die Abbildung des Königs Tatius auf dem Avers und eine Biga mit Viktoria auf dem Revers. Dieser Typ wird je nach Beizeichen in drei Gruppen unterteilt, einem Symbol in exergue, griechischen oder lateinischen Buchstaben in Ligatur oder Zahlen in exergue.

Anmerkung: Es existieren zeitgenössische Hybride

Victoria in Biga

Abbildung Avers: Kopf des Tatius nach rechts gewandt

Abbildung Revers: Victoria in Biga, Kranz haltend

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