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Thema:Der Beginn der Münzstätte HALL

Tirol besass seit dem 13. Jahrhundert eine eigene Münzstätte. Diese befand sich in Meran. Die Grafen von Görz-Tirol bzw. Tirol-Görz prägten dort zunächst, indem sich das Lienzer Münzrecht auch auf Meran erstreckten. Erst im Jahre 1274 bekam Tirol endgültig sein eigenes Münzrecht.

Im Jahr 1477 erfolgte schliesslich die Gründung der Münzstätte in Hall, die zunächst als zweite Prägestätte neben Meran bestehen sollte. Schliesslich entschied man sich jedoch zur Schliessung der Meraner Münzstätte. Seit 1477 war Hall die einzige Prägestätte in Tirol.

Für die Verlegung der Münzprägung nach Hall gab es mehrere wirtschaftliche und politische Gründe. Von Hall wurden grosse Mengen des hier gewonnenen Salzes exportiert, weshalb viele Gold- und Silbermünzen nach Hall flossen, wo sie eingeschmolzen wurden und als Rohmaterial für die Prägung dienten. Auch hatte man um die Mitte des 15. Jahrhunderts sie ertragreichen Silberadern in Schwaz entdeckt. In beiden Fällen bedeutete der Transport des Silbers nach Meran eine umständliche und manchmal gefahrvolle Prozedur, der man durch die Errichtung einer Prägestätte in Hall entgehen konnte.

Die politischen Gründe waren ebenso vielschichtig. Die Ausbreitung des Osmanenreiches nach Westen hatte allmählich auch zu einer Bedrohung Tirols geführt, zumal türkische Heerscharen schon das Drautal aufwärts gesogen waren und ein weiteres Vordringen durch das Pustertal in den südlichen Landesteil Tirols zu befürchten war. Aber auch die westlichen Nachbarn, die Eidgenossen, deren Einfall durch das Vinschgau im Kriegsfall jederzeit erfolgen und den Verlust Merans bedeuten konnte, waren nicht zu unterschätzen.

Und schliesslich zeigte sich zu Beginn des 15. Jahrhunderts auf Grund der innenpolitischen Situation ein allgemeiner Trend der Schwerpunktsverlagerung in den Norden des Landes. Schon um 1420 war Innsbruck zur neuen Haupt- und Residenzstadt des Landes geworden. Es entwickelte sich zur Residenz- und Verwaltungsstadt, während Hall durch seine Handelsmärkte, die Innschifffahrt und die Saline zum wirtschaftlichen Zentrum des Nordens geworden war. Der landesfürstliche Ansitz Sparberegg, der an der Stelle des späteren Damenstiftes stand, soll für rund 90 Jahre Sitz der Münzstätte sein. Hall war Schwaz als Standort der Prägeanstalt deshalb vorgezogen worden, weil Schwaz damals noch keine befestigte Stadt war.

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