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Tetradrachme

Tetradrachme - Großsilbermünze der Antike im Wert von vier Drachmen (griech. tessara). Geprägt wurde die Tetradrachme seit ca. 520 v. Chr. nach attischem Münzfuß mit theoretisch 17,36 g Gewicht. Daneben existierte der phoenikisch-rhodische Münzfuß mit ca. 14 bis ca. 17 g Gewicht. Der frühe Typ der Glaukes, wie die attischen Eulen genannt wurden, war eine außerordentlich gelungene Gestaltung des Münzbilds mit einem Kopf im Avers und einer vollständigen Figur im Revers. Diese Verbindung zweier Münzbilder wurde bald von zahlreichen Poleis übernommen, ebenso der attische Münzfuß als Folge des wachsenden Einflusses von Athen. Hauptsächliche Verwendung fand die Tetradrachme als großes Nominal im Fernhandel, bei Soldzahlungen und bei der Thesaurierung (Hortung).

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Attische Tetradrachme klassischer Typ ca. 430 v. Chr.


Abweichend vom attischen Münzfuß wurden in Makedonien die Tetradrachmen unter Philipp II. mit 14,5 g Gewicht nach makedonischem Standard geprägt.

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Makedonische Tetradrachme Philipp’s II., posthum ca. 323/315 v. Chr.


Dies änderte sich erst unter Alexander d. Großen, der nach der Schlacht bei Issos 333 v. Chr. (und der daraus resultierenden Kriegsbeute von 180.000 Talenten, i.e. ca. 5000 Tonnen Silber) den attischen Münzfuß übernahm und in mehr als 30 Münzstätten riesige Mengen von Münzen mit dem bekannten Münzbild des Herakleskopfs und des thronenden Zeus ausprägen ließ. Die Ausweitung der Münzprägung dauerte unter den Diadochen an. Zwar änderte sich das Münzbild ab ca. 280 v. Chr., der attische Standard wurde jedoch beibehalten, und die Tetradrachme als Großnominal wurde international akzeptiert.

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Tetradrachme Alexander’s III., des Großen, posthum ca. 320 - 315 v. Chr.


Athen verlor im 3. und frühen 2. Jh. v. Chr. seine Bedeutung für die Münzprägung fast vollständig. Als der Polis jedoch im Jahr 169 v. Chr. von den Römern mit der Insel Delos ein bedeutender Handelsumschlagplatz und damit erhebliche finanzielle Einkünfte zugesprochen wurden, lebte die Prägung wieder auf in der Tetradrachme neuen Stils: Sie zeigt die Eule auf einer Amphore umgeben von einem Olivenkranz.

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Attische Tetradrachme, „kranztragender“ Typ, ca. 130 v. Chr.


Mit dem Aufkommen dieses „bekränzten“ Typs verschwinden die alten Typen der Tetradrachmen aus den Funden. Der Grund hierfür ist in der Technik der Prägung zu suchen: Man vermied das zeit- und kostenaufwendige Neuschmelzen, indem man die Schrötlinge der alten Typen flachhämmerte. Daraus erklärt sich der große Durchmesser des neuen Typs. Der attische Münzfuß behielt seine internationale Bedeutung - von Ausnahmen abgesehen - bis ins 1. Jh. v. Chr.



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