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Silbergroschen

Königreich Preußen Silbergroschennominale 1872

Silbergroschen (Abk. Sgr) hießen die zwischen 1821 und 1873 nach preußischem Vorbild geprägten Groschenstücke in einigen der Länder mit Talerwährung. Bei den Scheidemünzen gab es auch nach der Dresdner Münzkonvention 1838 und dem Wiener Münzvertrag 1857 keine länderübergreifende Vereinheitlichung der Systeme. Nur das preußische Kleinmünzsystem konnte sich in mehreren Ländern, die sich für den preußischen Taler entschieden hatten, durchsetzen.

Inhaltsverzeichnis

Prägung im Königreich Preußen

Gemäß Gesetz über die Münzverfassung in den preußischen Staaten vom 30. September 1821 wurden die Silbergroschen als Scheidemünzen zunächst im 16-Taler-Münzfuß aus der feinen preußischen Mark mit 233,8555 g Feinsilber ausgeprägt. Durch die Abweichung vom 14-Taler-Münzfuß konnten statt 420 Silbergroschen 480 Stück aus der feinen Mark geprägt werden. Ein Taler = 30 Silbergroschen = 360 Pfenninge. Vorher war der preußische Reichstaler in 24 Gute Groschen zu je 12 Pfennig unterteilt.

Der Geldbedarf sollte jetzt durch eigene Münzen gedeckt werden. Niemand war mehr verpflichtet die umlaufenden ausländischen Kleinmünzsorten anzunehmen. Damit die Währung stabil bleibt, sollten die neuen Scheidemünzen nur noch soweit unbedingt notwendig geprägt werden. Die alten halben und ganzen preußischen Groschen wurden seit dem 30. September 1825 außer Kurs gesetzt.

Die Silbergroschen wurden einheitlich gestaltet und mit der Umschrift SCHEIDEMÜNZE als solche deutlich gekennzeichnet. Auf allen Münzen wurde wie bei den Talern der Silberwert als Aufzahl angegeben. Die Prägung erfolgte in drei Sorten.

Nach der Einführung des Zollpfundes als Münzgewicht im Jahr 1857 erfolgte die Prägung auf Grundlage von § 8 Gesetz über das Münzwesen vom 4. Mai 1857 und der Verordnung, betreffend die Form und das Gepräge der Münzsorten, welche in Gemäßheit dieses Gesetzes ausgeprägt werden vom 21. Juni 1858 im 34½-Taler-Münzfuß.

Die Änderung des Münzfußes führte zu geringfügigen Abweichungen im Feingewicht der Silbergroschen:

Nominal Münzgesetz Prägezeitraum Gewicht Feingehalt Feingewicht Prägeauflage
2 ½ Silbergroschen 30. September 1821 1842-1856 3,248 g 375,00‰ 1,218 g
2 ½ Silbergroschen 04. Mai 1857 1857-1873 3,221 g 375,00‰ 1,208 g 19.823.451 Stück
1 Silbergroschen 30. September 1821 1821-1856 2,192 g 222,22‰ 0,487 g
1 Silbergroschen 04. Mai 1857 1857-1873 2,196 g 220,00‰ 0,483 g 17.737.927 Stück
½ Silbergroschen 30. September 1821 1821-1856 1,096 g 222,22‰ 0,244 g
½ Silbergroschen 04. Mai 1857 1858-1872 1,098 g 220,00‰ 0,242 g 3.464.240 Stück

Die Prägung erfolgte in den Münzstätten A = Berlin, C = Frankfurt am Main und B = Hannover.

Die Außerkurssetzung der Silbergroschen erfolgte ab 01. Juni 1876 zum Wert von 25 Pfennige, 10 Pfennige bzw. 5 Pfennige Reichswährung.

Prägung in anderen Ländern

Silbergroschen wurden auch in weiteren Ländern, die sich für den preußischen Taler entschieden hatten, geprägt. Die Rückseiten waren einheitlich nach dem Vorbild der preußischen Silbergroschen gestaltet. Einige Länder ließen ihre Münzen in der Münzstätte Berlin prägen.

Für die Unterteilung der Silbergroschen wurde die preußische Bezeichnung Pfenninge jedoch in keinem anderen Land verwendet. Die Länder blieben bei der Unterteilung des Silbergroschen in 12 Pfennig. Nur das Kurfürstentum Hessen-Kassel unterteilte den Silbergroschen in 12 Heller. Sie änderten auch den Silbergehalt jedoch unter Einhaltung des Silberfeingewichtes.

Folgende Länder prägten alle drei Sorten:

Nur den 2½ und 1 Silbergroschen prägten:

Nur den ½ und 1 Silbergroschen prägten:

Nur den 1 Silbergroschen prägte das Fürstentum Waldeck und Pyrmont 1836-1855 und 1867.

Prägung von 2 Silbergroschen-Stücke

Das Kurfürstentum Hessen-Kassel prägte nur 1842 auch ein 2-Silbergroschen-Stück unter Einhaltung des entsprechenden Silberfeingewichtes von 0,974 g für zwei Silbergroschen. Der Feingehalt war wie bei den 2½ Silbergroschen = 375‰ Silber.

Ebenfalls ein Novum war die Prägung eines 2-Silbergroschen-Stückes 1835 und 1850 im Fürstentümer Reuß jüngere Linie unter Einhaltung des entsprechenden Silberfeingewichtes von 0,974 g mit einer Feinheit von 312,5‰ Silber. Mit diesem Feingehalt wurden eigentlich die 2-Neugroschen-Stücke des Königreiches Sachsen geprägt.

Siehe auch

Literatur


Von "http://www.numispedia.de/Silbergroschen"

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