Hauptseite | Letzte Änderungen | Seite bearbeiten | Versionen

Druckversion | Lizenzbestimmungen

Nicht angemeldet
Anmelden | Hilfe
 

Seeländersche Fälschung

Nicolaus Seeländer, * 1683 in Erfurt, + 1744 ebenda, erlernte den Beruf des Medailleurs. Es gelang ihm, mit Gottfried Wilhelm Leibniz bekannt zu werden, der ihm 1716 eine Anstellung als Bibliotheks-Kupferstecher in Hannover verschaffte. Seeländer stach unter anderem 155 Tafeln mit Abbildungen der braunschweig-lüneburgischen Münzen der Sammlung des Gerhard Walter Molan, Abt des Klosters Loccum. Seine Bekanntschaft mit Leibniz ermöglichte ihm Kontakte zu den Kreisen des gebildeten Bürgertums; er erhielt Zutritt zu mehreren Sammlungen mittelalterlicher Münzen, fertigte dort Zeichnungen und Abdrücke von Münzen an und veröffentlichte mehrere Aufsätze über einzelne Brakteatengruppen. Er beabsichtigte, ein Korpuswerk der deutschen Mittelaltermünzen zu schreiben und mit Kupferstichen zu illustrieren.. In seinen Arbeiten stellte Seeländer auch Brakteaten als echte alte Münzen vor, die eindeutig falsch sind. Auch in allen Münzensammlungen, mit denen Seeländer Kontakt hatte, finden sich solche Fälschungen. Man ist seit dem 19. Jh. davon überzeugt, dass Seeländer Fälschungen herstellte. Er besaß das numismatische Wissen, er besaß die handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, und er besaß die nötigen Kontakte, um seine Fälschungen verkaufen zu können. P. J. Meier z. B. weist in seiner Bearbeitung des Münzfundes von Mödesse I, Archiv II, Wien 1890-1893, immer wieder auf Seeländersche Fälschungen hin: "Denn da, wie schon mehrfach hervorgehoben, die von Cappe abgebildeten, jetzt in der städtischen Sammlung zu Hildesheim befindlichen Stücke, die man in diese Zeit (12. Jh.) legen würde, Seeländer’sche Fälschungen sind ..." usw.

Seeländer produzierte seine Fälschungen vermutlich über einen Zeitraum von etwa 20 Jahren. Manche Merkmale änderten sich in dieser Zeit. Hinweise, dass es sich um eine Fälschung des Nicolaus Seeländer handeln kann, sind oft die Farbe, eine dunkel-bläuliche bis violette Patina, aber oft auch eine matte braune Farbe, außerdem die Reihen einzelner, voneinander getrennter Kugeln, die auf den Originalen eher als durchgehende Linien oder Wülste erscheinen, sowie bei Schriftbrakteaten die Größe und Form der Buchstaben.

250px 235px

Seeländersche Fälschung ............................... Original


Literatur

Von "http://www.numispedia.de/Seel%E4ndersche_F%E4lschung"

Diese Seite wurde bisher 2026 mal abgerufen. Diese Seite wurde zuletzt geändert um 12:01, 14. Dez 2005. Inhalt ist verfügbar unter der Creative Commons.


[Hauptseite]
Hauptseite
Letzte Änderungen
Zufälliger Artikel
Aktuelle Ereignisse

Seite bearbeiten
Diskussion
Versionen
Was zeigt hierhin
Verlinkte Seiten

Spezialseiten
Kontakt