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Sacagawea Dollar

Bild:Amerikanische münzen 001.jpg


Die 1-Dollar-Sacagawea-Münze

Im Dezember 1997 unterzeichnete US Präsident Bill Clinton das Gesetz über „The United States Dollar Coin Act of 1997“. Dieses Gesetz verlangte vom Finanzministerium die Herausgabe einer neuen 1 Dollar Münze als Nachfolger der 1 Dollar Münze mit dem Motiv der Frauenrechtlerin Susan B. Anthony. Auf der Vorderseite sei ein American Eagle abzubilden. Es wurde ein Komitee gebildet und festgelegt, dass die Vorderseite eine oder mehrere Frauen zieren sollte, und zwar verdiente Frauen der amerikanischen Geschichte, die allerdings nicht mehr leben durften. Bei der Auswahl und Gestaltung wurde die Bevölkerung beteiligt. Den letztendlich entscheidenden Wettbewerb gewann schließlich die Bildhauerin Glenna Goodacre, die sich schon mit der Gestaltung des „Women Vietnam Memorials“ in Washington einen Namen gemacht hatte. Goodacre wählte als Design der neuen Dollar Münze das Bildnis der Indianerin Sacagawea mit ihrem Sohn Jean Baptiste, genannt Pomp. Als Modell für ihr Bildnis stand eine 22-jährige Collegestudentin indianischer Abstammung. Das Design der Rückseite, einem aufschwingenden amerikanischen Bald Eagle, dem nationalen Symbol, wurde von Thomas D. Rogers geschaffen. Umgeben ist der Eagle von 17 Sternen, erinnernd an die 17 US-Staaten, die 1804 zu Beginn der Lewis-and-Clark-Expedition existierten. Die Münze ist golden im Gegensatz zum silbernen Überzug ihrer Vorgängerin. Sie hat mit 26,5 mm Durchmesser die gleiche Größe wie der Susan B. Anthony Dollar. Die Münzen werden seit 2000 von den US States Mint in Denver (D) und Philadelphia (P) herausgegeben; Münzen in proof-Qualität werden von der US States Mint in San Francisco (S) hergestellt.

Am 20. Juli 1999 machten Sacagawea und Pomp nach der Lewis-and-Clark-Expedition ihre zweite gemeinsame Reise. 12 speziell dafür hergestellte Sacagawea-Dollars flogen mit der Raumfähre ins All.

Mit der Einführung der neuen Dollar Münze im Januar 2000 hat das US-Finanzministerium anfangs unerwarteten Erfolg erzielt. Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin, die eher ein Mauerblümchendasein fristete, war die neue Münze sofort ein Erfolg. Das war sicherlich der ausgeklügelten Marketing-Aktion der US-Finanzbehörde zu verdanken. Die extrem abnehmenden Ausgabezahlen der letzten Jahre lassen aber stark vermuten, dass auch diese 1-Dollar-Münze wenig Zuspruch bei den Bürgern findet.

Das amerikanische Finanzministerium verspricht sich von der Einführung des „Golden Dollar“ positive Kosteneffekte in dreistelliger Millionenhöhe. Im Gegensatz zur Dollar-Note, die im Schnitt nur 11 Monate im Umlauf bleibt, kann bei der Münze mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 30 Jahren gerechnet werden.


Technische Angaben:


Durchmesser: 26,5 mm

Dicke: 2 mm

Gewicht: 124,7 grains (8,1 g)

Zusammensetzung: 88, 5 % Kupfer (Cu); 6 % Zink (Zn); 3,5 % Mangan (Mn); 2 % Nickel (Ni)


Sacagawea (Vogelfrau oder die Frau, die das Kanu zu Wasser bringt) und ihr Sohn Pomp

Sacagawea kam 1787 als Tochter eines Shoshonen-Häuptlings zur Welt. Mit etwa 12 Jahren geriet sie in die Gefangenschaft der Hidatsa, einem Stamm der Sioux-Sprachfamilie, die sie in ihr Dorf am oberen Missouri mitnahmen. Zusammen mit einem anderen gefangenen Mädchen kaufte sie der frankokanadische Trapper Toussaint Charbonneau (1759-1843) von den Hidatsa frei und nahm sie zur Frau. 1803 verkaufte Kaiser Napoléon I. (1769-1821) von Frankreich das Louisiana Territory für 15 Mio. US $ an die USA. Durch diese Louisiana Purchase vergrößerte sich das damalige Staatsgebiet der USA um 140 %. US Präsident Thomas Jefferson (1743-1826) veranlasste nach dem Erwerb eine Forschungsreise. Geführt wurde diese Expedition von Hauptmann Meriwether Lewis (1774-1809) und Leutnant William Clark (1770-1838), eingegangen in die Geschichte der USA als „Lewis-and-Clark-Expedition“. Im Mai 1804 startete die Expedition in Saint Louis (Missouri) und fuhr den Fluss aufwärts. Während ihres Wintercamps in Fort Mandan verpflichteten sie den Trapper Toussaint Charbonneau als Scout (Kundschafter). Die 17-jährige schwangere Ehefrau Charbonneaus, Sacagawea, begleitete sie. Lewis und Clark versprachen sich von der jungen Indianerin, die die Sprache der Hidatsa und Shoshonen beherrschte, wertvolle Dolmetscherdienste. Am 11. Februar 1805 gebar Sacagawea in Fort Mandan ihren Sohn Jean Baptiste Charbonneau (1805-1866). Der Kleine, der mitgenommen wurde und von Sacagawea größtenteils in einem Rückengestell (cradleboard) getragen wurde, erhielt von William Clark den Spitznamen Pomp oder Pommy. Obwohl sie auf der Reise ihren Bruder traf, der mittlerweile nach dem Tod des Vaters Häuptling geworden war, blieb sie bei der Expedition, der sie wertvolle Dolmetscherdienste leistete und somit maßgeblich am Erfolg der Reise beteiligt war, die 1805 den Pazifik erreichte. Durch die Berichte der Lewis-and-Clark-Expedition wurde neben den weißen Führern auch die Indianerin Sacagawea berühmt. Die Expedition hatte 4.000 Meilen größtenteils unerforschten Landes durchquert, war von feindlichen Indianern bedroht worden, hatte die Rocky Mountains durchquert und musste teils mit riesigen Grizzlybären kämpfen. Auf der Forschungsreise gewann man wertvolle Erkenntnisse über Geografie, Flora, Fauna und indianischer Bevölkerung. Das weitere Schicksal von Sacagawea liegt im Dunkeln. Es ist nicht bekannt, ob sie es war, die am 20. Dezember 1812 als eine von zwei indianischen Frauen des Trappers Charbonneau bei einer Epidemie im Fort Manuel (South Dakota) den Tod fand. Eine andere Version besagt, dass sie sich wieder den Shoshonen angeschlossen hat und mit ihnen in der Wind River Indian Reservation in Wyoming gelebt hat. Untermauert wird diese These von der Tatsache, dass am 4. April 1884 bei Fort Washakie in Wyoming eine alte Indianerin starb, die behauptete Sacagawea zu sein. Diese Behauptung erschien glaubhaft durch ihre genauen Kenntnisse der Lewis-and-Clark-Expedition. Ihr Sohn Jean Baptiste, genannt Pomp, wurde ein berühmter Reiseführer, der neben den indianischen Sprachen auch Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch beherrschte. Er wuchs bei William Clark in Saint Louis auf und starb am 16. Mai 1866 während einer Reise von Kalifornien nach Montana an einer Lungenentzündung. Er ist bei Danner in Oregon begraben. Nach der Shoshonen Indianerin Sacagawea wurden ein Berg, ein Fluss, ein Pass und nun die 1 Dollar Münze benannt. Keiner anderen Amerikanerin, egal welcher Hautfarbe, hat man mehr Denkmäler errichtet als ihr. In dem Film „The Far Horizon“ (1955) wurde sie von Donna Reed dargestellt.

Nachfolgend aufgeführte Jahresmengen sind bekannt:

2000P:..........767.140.000

2000D:..........518.916.000

2000S:.............3.082.483 (proof)

2001P:............62.468.000

2001D:............70.939.500

2001S:.............2.294.043 (proof)

2002P:.............3.865.610

2002S:.............2.277.720 (proof)

2003P:.............3.080.000

2003D:.............3.080.000

2004P:.............2.660.000

2004D:.............2.660.000


Quelle: US States Mint


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