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Peine, Prägestätte

Die Stadt Peine wurde um 1220 von Gunzelin von Wolfenbüttel gegründet. Bei ihrer Gründung wurde der Stadt auch das Münzrecht verliehen. Aus dieser Anfangszeit ist numismatisch nicht viel bekannt, nur eine Münze ist erhalten geblieben, ein Brakteat, welcher auf der Vorderseite den Braunschweiger Löwen und die Umschrift „moneta de Peine“ zeigt. Dieser befindet sich heute im Münzkabinett der staatlichen Museen in Berlin.


Peine, Groschen 1609, Kaspar Kohl
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Peine, Groschen 1609, Kaspar Kohl

Die zweite Prägetätigkeit begann 1608, als Kurfürst Herzog Ernst von Bayern in der Vorburg eine Prägestätte einrichten ließ. Dies geschah im Grunde widerrechtlich, da der Bischof Magnus von Hildesheim seine Münzstätte 1428 verpfändet hatte. Dabei hatte er sich verpflichtet, bis zur Rückzahlung der Pfandsumme (700 rheinische Gulden) im Hochstift keine neue Münzstätte zu errichten. Diese Summe wurde nie zurückgezahlt. Herzog Ernst von Bayern hatte sich aber schon 1599 über die alte Vereinbarung hinweggesetzt, als er in Moritzberg bei Hildesheim eine Prägestätte errichten ließ. Bei der Errichtung der Prägestätte in Peine argumentierte er, Peine sei allzeit eine selbstständige Grafschaft gewesen und hier wären schon früher Münzen geschlagen worden. Diese Begründung war kaum haltbar, zumal kein Zusammenhang zwischen den beiden Prägeperioden bestand. Aber es war eine Zeit, wo überall die Prägestätten sprichwörtlich wie Pilze aus dem Boden schossen, wohl deshalb unternahm die Stadt Hildesheim nichts gegen die Einrichtung der Münzstätte. Mit der Wahl der Münzmeister hatte man aber viel Pech in Peine. Der erste amtlich am 15. Mai 1608 bestellte Münzmeister Paul Lachentriß aus Hildesheim tritt sein Amt aus nicht überlieferten Gründen gar nicht erst an. Der zweite Münzmeister, Kaspar Kohl, tritt sein Amt am 20. April 1609 an, verstößt aber gegen die Vorschriften des Niedersächsischen Kreises, so daß man ihm bereits 7 Monate später die Weiterarbeit verbot. Nach zwei Entschuldigungsschreiben 1609 und 1611 wurde er zwar am 14. März 1611 begnadigt, aber nicht wieder eingestellt. Nach einigen Monaten des Stillstands bewirbt sich Christoph Dieß und nimmt am 16. Juni 1611 auf 4 Jahre befristet die Arbeit auf. Zuvor war er in Moritzberg tätig. Dieß verstirbt aber schon im Dezember des gleichen Jahres, wodurch die Arbeit in der Münzstätte erneut zum Erliegen kommt.

Peine, Kippergroschen 1619, Johann Lachentris
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Peine, Kippergroschen 1619, Johann Lachentris

Erst 7 Jahre später, am 1.Januar 1619 beginnt Johann Lachentriß mit der Münzprägung auf eigene Rechnung, wird aber schon im Dezember 1619 von Heinrich Oppermann abgelöst. Oppermann flieht aber im Laufe des Jahres 1620 wegen erheblicher münzrechtlicher Verfehlungen. Am 10. Oktober 1620 übernimmt Curdt oder Karl Sölter als sein Nachfolger das Amt als Münzmeister. Der siebte und letzte Münzmeister in Peine wird am 20. Februar 1622 Hans Dasselmann. Dieser bittet in einem Schreiben vom 17. August 1622 an die bischöfliche Regierung in Hildesheim um seine Entlassung. Ob ihr stattgegeben oder sein Vertrag verlängert wurde, ist nicht bekannt. Jedenfalls sind von ihm nach 1622 keine Gepräge mehr zu finden. 1627 endet die Zeit der Peiner Münzprägung – die Münzstätte wird auf fürstlich-bischöflichen Befehl vom 10. Juli 1627 aufgehoben.


Siehe auch

Literatur

Weblinks


Von "http://www.numispedia.de/Peine%2C_Pr%E4gest%E4tte"

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