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Niederländischer Gulden

Der niederländische Gulden war bis zum Jahr 2002 die Währung des Königreichs der Niederlande. Seit Einführung der Dezimalwährung 1816 war der Gulden unterteilt in 100 Cents. Im Jahr 2002 wurde der niederländische Gulden durch den Euro ersetzt.


Geschichte. Der niederländische Gulden hatte mit den deutschen Silbergulden nur wenig gemein. Geprägt wurde er seit 1601 als Äquivalent des Goldguldens in Friesland, Overijssel, Groningen, Nymwegen, Kampen, Deventer und Zwolle und galt 28 Stuiver. Diese Gulden wurden bald in Ostfriesland und Oldenburg nachgeahmt. Hauptwährungsmünze in den Generalstaaten der Vereinigten Niederlande wurde der Gulden erst im Jahr 1679 auf Antrag der Provinzen Holland und Westfriesland. Die sieben Provinzen der Union verwendeten ein einheitliches Währungssystem mit gleichen Nominalen, prägten jedoch bis 1806 ihre eigenen Münztypen. Der Gulden galt nun 20 Stuiver, sein Feingewicht betrug 9,65 Gramm. Mit der allgemeinen Währungsreform von 1694 wurde der Staatendaalder als 3-Gulden-Stück zur wichtigsten Münze der niederländischen Währung.


Das Münzbild des Gulden zeigte im Avers den niederländischen Löwenschild mit der Legende MO ARG ORD FOE BELG und der Abkürzung der prägenden Provinz. Im Revers steht die "Nederlandsche Maagd" gestützt auf die Bibel und hält den Freiheitshut auf der Stange. Die Umschrift "HANC TUEMUR. HAC NITIMUR" nimmt auf dieses Bild Bezug: „Diese (die Freiheit) schützen wir. Für sie (die Religion) kämpfen wir“. Im Volksmund wurde dieser Gulden "Pop" (Puppe) bzw."Stockmannetje" (Stockmännchen) genannt.


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Gulden 1764 der Provinz Overijssel (TRANSI:sulania)


1795 kamen die Vereinigten Niederlande unter französische Herrschaft und wurden als Batavische Republik zusammengefaßt. 1806 wurden sie im Zuge der napoleonischen Eroberungen per Dekret zum Königreich Holland erklärt, und der Gulden zeigte nun im Avers das Portrait des Königs Louis Bonaparte, eines Bruders von Napoléon. Im Revers stand nun im gevierten Wappen neben dem holländischen Löwen der Adler der Bonaparte. Zwar mußte Lodewyk Napoleon bereits 1810 abdanken, die Niederlande blieben jedoch bis 1814 von Frankreich annektiert. Entsprechend der kurzen Prägezeit ist dieser Typ des Gulden selten.



bild:Stop_hand.png An dieser Stelle muss noch ein Bild rein.


1814 wurde Wilhelm VI. von Oranien als Wilhelm I. zum König der Niederlande gekrönt. Zu den Niederlanden gehörten zu diesem Zeitpunkt noch das heutige Belgien und das Großherzogtum Luxemburg. 1816 wurde das Dezimalsystem eingeführt und der Gulden unterteilt in 100 Cents. Geprägt wurden die neuen Münzen zunächst in Brüssel (Mzz. B) und Utrecht. Die Abkürzung des Gulden lautete HFL (holländischer Floren) und wurde z.B. bei der Auspreisung von Waren bis zur Einführung des Euro beibehalten. 1830 löste sich Belgien als selbständiges Königreich aus dem Verbund. 1840 endete die Prägung des Staatendaalder zu 3 Gulden, und das Nominal wurde durch das 2 ½ Gulden Stück unter dem Namen Rijksdaalder ersetzt. In Luxemburg blieb der niederländische Gulden gültige Währung bis 1890. Mit dem Tod Wilhelms III. in diesem Jahr und der Thronbesteigung seiner Tochter Wilhelmina (1890 - 1948) mußte jedoch die Personalunion mit Luxemburg aufgelöst werden, da das Großherzogtum eine weibliche Thronfolge nicht zuließ, und Luxemburg wechselte - wie zuvor Belgien - zur Franc Währung.


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Gulden 1892 mit zusätzlicher Wertbezeichnung 100 Cts.


Die lange Regierungszeit Wilhelminas wird im Münzbild des Gulden durch ihre vier Portraits aus verschiedenen Lebensabschnitten begleitet. Ihr Altersbild erscheint nur auf Teilstücken auf den Prägungen der Nachkriegszeit, der Gulden wurde als Nominal nicht ausgeprägt. Während ihrer Regierung wurde in den 20er Jahren der Feingehalt des Gulden von 945 auf 720 zurückgesetzt und mit diesem Feingehalt auch von ihrer Tochter und Nachfolgerin, Juliana (1948 - 1980) bis 1967 beibehalten. Die letzten Gulden vor dem Euro wurden unter Königin Beatrix (seit 1980) in Nickel geprägt.

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Letzter Gulden vor Einführung des Euro


Die erste Gedenkmünze der Niederlande wurde 1970 mit dem Nominal 10 Gulden in Silber ausgebracht. Mit Beginn der Regierung von Königin Beatrix wurde das Nominal für Gedenkmünzen auf 50 Gulden heraufgesetzt.


Der Gulden war auch Währungseinheit in der ehemaligen Kolonie Niederländisch-Indien, der heutigen Republik Indonesien (seit 1949). In Surinam (ehemals Niederländisch-Guyana) ist der Guilder und auf den Niederländischen Antillen, einem Teil des Königreichs der Niederlande, der Niederländische-Antillen-Gulden zu 100 Cents die Währungseinheit.


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