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Mark

Der Begriff Mark hatte bis ins 19. Jahrhundert hinein eine Doppelbedeutung: Er bezeichnete einerseits eine Gewichts-, andererseits eine Zähleinheit.

Die Mark als Gewichtseinheit

Die Mark war im frühen Mittelalter eine nordeuropäische Gewichtseinheit zu 8 Unzen. Sie verbreitete sich dann über ganz Europa, wobei das Gewicht sich von Ort zu Ort erheblich unterscheiden konnte. Am bekanntesten wurde die Kölner Mark, die bei der Umstellung auf das metrische System im Preußen des 19. Jahrhunderts 233,856 g entsprach. Die exakten metrischen Entsprechungen der im Mittelalter und in der frühen Neuzeit gebräuchlichen Markgewichte sind von der historischen Metrologie noch nicht abschließend ermittelt worden. Witthöft (1991) beispielsweise nimmt an, dass die Kölner Mark im 14. bis 16. Jahrhundert mit 233,888 g etwas schwerer war als im 19. Jahrhundert, aber dieses Ergebnis muss als vorläufig gelten. Neben der Kölner Mark hatte in Frankreich und den Niederlanden die Marc de Troyes besondere Bedeutung, die von Munro (1998) auf 244,753 g bestimmt wird. Lediglich von lokaler Wichtigkeit waren die Markgewichte von Antwerpen (ca. 244,695 g), Breslau (ca. 197,07 g) und München (ca. 224,5 g) sowie die vielen anderen Varianten, die oft nur in einer einzigen Stadt gebräuchlich waren. Witthöft (1994) zufolge standen die verschiedenen regionalen Markgewichte zueinander durch einfache ganze Zahlen in festen Relationen. So hatte z.B. die im spätmittelalterlichen Preußen gebräuchliche sog. Kulmer Mark ein Gewicht von 13 Kölner Lot, d.h. sie wog 13/16 der Kölner Mark (190,034 g, wenn man Witthöfts Gewicht der Kölner Mark von 233,888 g zugrunde legt). Im Gebiet des Heiligen Römischen Reichs wurde die Kölner Mark durch die Reichsmünzordnungen seit 1524 bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts als verbindliches Gewicht für die Münzprägung festgesetzt.

Die Mark als Zähleinheit

Ähnlich wie das Pfund entwickelte sich auch die Mark von einer Gewichts- zur Zähleinheit. Während das Pfund aber in ganz Europa durchweg zu 20 Schillingen bzw. 240 Pfennigen gerechnet wurde, blieb die Mark als Zähleinheit im wesentlichen auf Nordeuropa beschränkt; außerdem unterschieden sich die als Mark bezeichneten Summen regional. Beispielsweise bezeichnete die Mark im Ordensland Preußen zunächst die Summe von 60 Schillingen bzw. 720 Pfennigen. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts setzte sich die "geringe" Mark zu 360 Pfennigen durch; Schillinge galten von nun an in Preußen nur noch als "Sechser". In Lübeck ist seit 1250 belegt, dass die Mark zu 192 Pfennigen bzw. 16 Schillingen gerechnet wurde; dort sowie in den übrigen Städten des Wendischen Münzvereins (Hamburg, Wismar und Lüneburg) wurden seit Beginn des 16. Jahrhunderts auch erstmals Markstücke geprägt. In Köln hingegen bezeichnete man schon seit 1170 die Summe von 144 Pfennigen bzw. 12 Schillingen als Mark. In England blieb die Mark als Recheneinheit neben dem Pfund bis ins 15. Jahrhundert hinein üblich; die englische Mark entsprach 2/3 eines Pfunds, damit also 13 shilling 4 pence.

Als 1871 das deutsche Reich nach einer einheitlichen Währung suchte, einigte man sich auf die Mark = 1/3 Taler.

Literatur:

Siehe auch


Von "http://www.numispedia.de/Mark"

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