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London, Prägestätte

Der Usurpator Carausius (287-293) richtete eine Prägestätte in London ein, die bis 325 aktiv war. Es wurden Münzen von dem üblichen römischen Typ mit den Münzzeichen LON oder PLN geprägt. Geprägt wurde auch unter den Angelsachsen zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert, nachgewiesen sind Münzen von König Offa von Mercia (757-796) und Coenwulf (796-821). König Ecgberht von Wessex (802-839) setzte die Tradition der Londoner Münze fort, aber diese war nur eine unter sehr vielen kleinen (bis zu 90) Münzstätten in England. Erst nach der Münzreform Henry III. (1216-1272) und der 1250 vorgenommenen Reduktion der Zahl der Prägestätten auf zwei königliche in London und Canterbury und zwei bischöfliche in Durham und Bury St. Edmunds konnte sich London zur führenden Münzstätte Englands entwickeln.

Unter Elizabeth I. (1553-1603) wurden von dem frz. Münzmeister Eloye Mestrelle zwischen 1561 bis 1572 erste Prägungen mit der Spindelpresse durchgeführt, die Maschinerie erwies sich aber als noch zu schwerfällig. Die unter Oliver Cromwell eingeführten Prägemaschinen von Pierre Blondeau setzten sich ab 1663 endgültig durch. Auch die künstlerische Leitung der Münzstätte lag im 17. und 18. Jahrhundert bei Ausländern, John und Joseph Roettiers, Johann Crocker, Johann Sigismund Tanner entwarfen die Münzen und gravierten die Stempel.

In den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts war die im Tower untergebrachte Münze technisch überholt, wegen Silbermangels beschränkte sie sich praktisch auf die Herstellung von Goldmünzen. Die Produktion von kupfernem Kleingeld hatte man der Privatwirtschaft überlassen. Erst 1816 mit der Einführung der Goldwährung und dem politischen Entschluß, das gesamte Geldwesen in die Hand des Staates zu legen, wurde an einem neuen Standort am Tower Hill eine neue Münzstätte erbaut, die modernste dampfbetriebene Prägemaschinen nach dem Konzept von Boulton und Watt erhielt.

Der wachsende Geldumlauf und die Notwendigkeit, für immer neue Kolonien Münzen prägen zu müssen, führten im 19. Jahrhundert zu einer stetigen Vergrößerung und Verbesserung der Anlagen. Auch künstlerisch stand, nach dem Abgang des Italieners Pistrucci, die Münze jetzt ganz unter englischem Einfluß, unter der Leitung von Mitgliedern der längst naturalisierten Familie Wyon. Dennoch mußten für große Prägeaufträge aus dem In- und Ausland immer wieder private Firmen zur Unterstützung herangezogen werden. Die Prägestätte in London erwies sich für die zu erwartenden Prägezahlen im Zusammenhang mit der Dezimalisierung der Währung, die für 1971 geplant war, als nicht mehr leistungsfähig genug. Deshalb war 1970 eine neue Münzstätte in Llantrisant in Betrieb gegangen, die Londoner Münze am Tower Hill wurde stillgelegt.


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