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Wert

(Weitergeleitet von Kurswert)

Der Wertbegriff ist relativ unscharf und wird in der Literatur in verschiedenen Bedeutungen gebraucht. Es empfiehlt sich, folgende Unterscheidungen zu berücksichtigen: Eine Münze hat

Die verschiedenen Wertaspekte werden von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Der Materialwert ergibt sich aus dem Marktpreis der Metalle, aus denen die Münze besteht, und unterliegt damit Angebot und Nachfrage nach diesen Metallen. Der Nennwert einer Münze hingegen beruht ausschließlich auf politischer Festlegung. Er ist immer etwas höher als der Materialwert, da aus der Differenz die übrigen Produktionskosten (Kosten für Kapital und Arbeit) gedeckt werden und die meisten münzberechtigten Obrigkeiten darüber hinaus einen Schlagschatz (Seigniorage) fordern. Der Kurswert ergibt sich wiederum aus Angebot und Nachfrage nach den getauschten Münzen; er kann erheblich von der Edelmetallparität abweichen. Die Kaufkraft schließlich hängt ab von der Geldmenge, der Umlaufgeschwindigkeit der Münzen sowie von der Menge der Waren und Dienstleistungen, die der Geldmenge gegenüberstehen. Diese Beziehungen werden durch die sog. Fischer-Gleichung abgebildet: M * U = T * P (Geldmenge mal Umlaufgeschwindigkeit = Transaktionsvolumen mal Preisniveau). In der modernen geldtheoretischen Literatur werden Geldwert und Kaufkraft in der Regel gleichgesetzt.

Eine Besonderheit stellen Münzen dar, die ganz aus unedlem Metall bestehen (sog. Scheidemünzen). Ihr Nennwert und ihre Kaufkraft hängen letztlich vom Vertrauen des Publikums ab, sie gegen vollwertige Münzen umtauschen zu können; staatliche Festsetzungen erwiesen sich immer wieder als trügerisch.

Seit dem ersten Weltkrieg wurden weltweit die Goldmünzen aus dem Geldumlauf gezogen und im Lauf des 20. Jahrhunderts in allen Staaten auch die Golddeckung der Währung aufgegeben. Damit besteht heute der Münzgeldumlauf nur aus Scheidemünzen, deren Wert innerhalb der Landeswährung allein auf staatlicher Festsetzung beruht.

Der Sammlerwert einer Münze bildet sich auf dem Markt nach Angebot und Nachfrage. Damit sind wertbestimmende Faktoren die Häufigkeit einer Münze, ihre Erhaltung und die Beliebtheit des Sammelgebietes, zu dem die Münze gehört. Häufigkeit und Beliebtheit können extremen Schwankungen unterworfen sein. Z. Bsp. kann eine bisher seltene Mittelaltermünze häufig werden, wenn ein neuer Hortfund auf den Markt kommt, spätrömische Bronzemünzen wurden seit der Grenzöffnung des Ostblockes in großen Mengen illegal ausgegraben und damit häufiger, das Sammelgebiet "DM-Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland" hat seit Einführung des Euro deutlich an Beliebtheit verloren. Sichere Wertsteigerungen waren in der Vergangenheit nur mit Münzen von hoher Qualität aus klassischen Sammelgebieten zu erzielen.

Literatur:

Von "http://www.numispedia.de/Wert"

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