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Kori

Kori - Währungseinheit der Fürstentümer (Princely States) Kutch, Junagadh und Nawanagar im Nordwesten Indiens.

Der Sultan von Gujarat, Muzaffar III. (1560-1573) erteilte dem Jam von Nawanagar das Münzregal. Die Beziehung der Münze von Nawanagar zu derjenigen von Gujarat verglich der Jam mit der Stellung einer "Kunwari", einer Tochter, die ein Raja seinem Oberherrn zur Ehe gibt. Daraus soll sich der Münzname "Kori" ableiten. 1617 erhielt auch Kutch das Münzregal von Kaiser (Großmogul) Jahangir. Das Mogulreich hatte 1573 das Sultanat Gujarat erobert. Kutch prägte Koris von 1617 an. Das Khanat Junagadh, das Mitte des 18. Jahrhunderts von dem Freibeuter Sher Khan Babi zu Lasten des zerfallenden Mogulreiches errichtet wurde, prägte ab dem 19. Jahrhundert ebenfalls Münzen in der Regionalwährung Kori.

Seit dem späten 16. Jh. eine Silbermünze im Gewicht zwischen ca. 4,4 und 4,7 Gramm, wurde der Kori im Verlauf seiner Geschichte auch in Teil- und Mehrfachstücken (2 ½ und 5 Kori) und in Gold ausgeprägt. Der Feingehalt der größeren Silberstücke betrug 937/1000. Ein Gold-Kori galt dabei 32 Silber-Kori. Später wurden Goldmünzen zu 25, 50 und 100 Kori eingeführt. Der Kori war unterteilt in 24 Dokda, ein Dokdo galt 2 Trambiyo.

Die Koris von Kutch wurden zunächst bis 1752 nach dem Modell der 1/2-Tanka Münze von Muzaffar III. von Gujarat ausgeprägt, von daher tragen sie das Datum 978 nach Hedschra. Die persische Legende des Vorbildes wurde von den Stempelschneidern zunehmend weniger verstanden und zu unleserlichen Ornamenten gemacht.


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Fürstentum Nawanagar, 5 Kori 1888 AD (l.) und Fürstentum Junagadh, 1 Kori AH 1293


Seit 1819 hatte die britische East India Company die Oberhoheit in der Region anstelle der Mogule übernommen. Die intensive britische Einflußnahme auf die Staatsgeschäfte in Kutch spiegelt sich ab der Regierung Pragmalji II. (1860-1875) in der Münzlegende wider, die neben dem Fürsten den jeweiligen britischen Herrscher nennt. Diese Prägungen werden unter dem Begriff Regal Issues zusammengefaßt. Die Prägetechnik wurde verbessert und erreichte 1928 mit der Einführung einer englischen Prägemaschine in der neuerrichteten Münzstätte Bhuj modernen Standard. Ab 1865 führte man zur Verhütung von Fälschungen geriffelte Münzränder ein. Nach 1920 wurde dennoch besonders intensiv gefälscht. Es wurden alle umlaufenden Silbermünzen eingezogen, geprüft und im Fall der Echtheit mit einer zusätzlichen Randinschrift KUTCH BHUJ versehen wieder ausgegeben. Neue Münzen erhielten ab 1928 gleich die Randinschrift KUTCH BHUJ bzw. KUTCH STATE BHUJ.

Die Prägung des Kori endete 1948, als die Fürstentümer der Indischen Union beigetreten waren bzw. (Junagadh) von dieser erobert wurden. 1949 verlor der Kori seine Gültigkeit und wurde zum Kurs von 1:3 in indische Rupien umgetauscht.

Im Jahr 1879 war 1 Kori der durchschnittliche Tagelohn eines ungelernten Arbeiters, ein Bauhandwerker verdiente 2 1/4 Kori täglich. Einen Kori kosteten vier Pfund roter Reis.



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Fürstentum Kutch, 5 Kori 1933 AD "im Namen Georgs V."


Von "http://www.numispedia.de/Kori"

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