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Kaurischnecken

Bei dem traditionellen Zahlungsmittel Kaurischnecke handelt es sich um die Schalen dieser ca. 15 bis 35 mm großen Salzwasserschnecke. Das Gehäuse ist sehr fest und hat eine porzellanartige Oberfläche. Diese Geldform hatte unumstritten das größte geographische Verbreitungsgebiet und wurde auch hinsichtlich des Zeitraums und der Menge von keiner anderen übertroffen.

Der Ursprung der Kaurischnecke liegt im Indisch-Pazifischen Ozean, genauer von der Ostküste Afrikas bis Tuamotu und Hawaii im Zentralpazifik. Die Malediven, Philippinen und Küstengebiete bei Sansibar bilden die Hauptfundgebiete.

Die Gewinnung dieser Geldform gestaltete sich recht einfach. Es wurden belaubte Zweige ins Wasser gelegt. Auf diese Zweige setzten sich die Schnecken ab. Im Anschluß mußten sie nur von den Blättern gesammelt und in der Sonne getrocknet werden.

Als Zahlungseinheit wurden sie von arabischen Händlern mit Karawanen von Kairo durch die Sahara nach Westafrika transportiert. Durch Importe europäischer Handelschiffe wurden arabische Händler vom Markt verdrängt, was der Verbreitung jedoch keinen Abbruch tat.Im Gegenteil, die Bedeutung wuchs stetig. Mehrheitlich waren es deutsche und französische Handelshäuser, die jährlich bis zu 2800 Tonnen an die westafrikanische Küste brachten. Insbesonders im Sklavenhandel spielten die Kauris eine wichtige Rolle. In deutsch Togo mußten im Jahre 1896 20000 bis 30000 Kauris für einen Sklaven bezahlt werden. 4000 Kauris hatten den Wert einer Mark.

Die Beliebtheit der Kaurischnecken begründete sich in der Dauerhaftigkeit und Handlichkeit. Sie waren leicht transportabel und zudem fälschungssicher. Das schöne Aussehen machte sie auch als Schmuck und Statussymbol beliebt. Sie wurden für Kopfschmuck verwendet oder dienten zur Verzierung von Waffen und Kleidungsstücken. Zudem sagte man ihnen nach, dass sie magische Fahigkeiten besaßen mit der Garantie für ein langes Leben und sie sich positiv auf die Fruchtbarkeit der Frauen auswirkten.

Der erste Einsatz der Kaurischnecke wird mit 1650 v. Christus datiert, hier wurde die Schnecken in vielen Gebieten Chinas als Belohnung übereignet. So zieht sich die Bedeutung als Zahlungsmittel noch bis ins Jahr 1960, als eine niederländische Expedition in Neuguinea für die Bezahlung auf Verlangen der Träger Kaurischnecken auftreiben mußte. Bild:kauri1.jpgBild:kauri2.jpg


Einige Arten der Kaurischnecken im Bild :
Bild:kauri3.jpg
- 1 = Prähistorische Kaurischnecke, "cypraea moneta"
- 2 = Geöffnete Kaurischnecke zum Auffädeln, historisch
- 3 = Kaurischnecke, "cypraea moneta", ungeöffnet, historisch

- 4 = Kaurischnecke, "cypraea annulus", ungeöffnet, historisch

Weitere Sonderformen des Zahlungsmittels "Kaurischnecke" :
Bild:kauriformen.jpg
obere Reihe von links nach rechts:
- 1 und 2 Tonkauris ,Grabbeigaben ca.300 BC. --- 3 u.4 Naturkauris aus ca 1200 BC,
2. Reihe v.l.n.r.
- 1. Knochen , 2. Knochen ,3. Elfenbein ca,19.Jh., 4. Jade
3. Reihe v.l.n.r.
- 1. sog.Goldkauri(sehr selten) , 2.Bronze ,3. feuervergoldet , 4.Silber (ganz selten)
4. Reihe v.l.n.r
- 1. Steinkauri , Antnose 1. , 2. , 3 , 4 , 5

Von "http://www.numispedia.de/Kaurischnecken"

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