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Hintergrund:Konstantin I. (Rom)

(Weitergeleitet von Hintergrund:Konstantin der Große (Rom))

Konstantin I. (Constantius Flavius Valerius Constantinus), der Große, geb. 27. Febr. 274 zu Naissus in Obermösien, Sohn des Constantius Chlorus und der Helena, wuchs im Waffendienst heran und wird als ein Jüngling von hohem Wuchs und schöner Gestalt geschildert. Als sein Vater zum Cäsar erhoben wurde, schickte er den 18jährigen Jüngling nach dem Osten, wo er dem Kaiser Diokletian und dem Cäsar Galerius in Ägypten und gegen den Perserkönig Narses Kriegsdienste leistete. Nach Abdankung der beiden Kaiser Diokletian und Maximian gelangten Galerius und Constantius zu der höheren Würde als Augusti (305), Galerius aber ernannte mit Übergehung des Konstantin Severus und Maximinus Daia zu Cäsaren, und da er Konstantin im Osten zurückhalten zu wollen schien, so entwich derselbe heimlich aus Nikomedeia und gelangte glücklich nach Gallien zu seinem Vater, den er auf seinem Feldzug gegen die Pikten begleitete, und wurde nach dessen Tod (306) von dem Heer zum Imperator und Augustus ausgerufen, von Galerius aber nur als Cäsar anerkannt. Er führte nun zunächst glückliche Kriege gegen die Franken und Alemannen, während im übrigen Reich infolge von allerlei Glückswechseln die Herrschaft sich unter fünf Augusti teilte. Nunmehr nahm auch er 308 den Titel Augustus an, so daß es jetzt nicht weniger als sechs Augusti gab, nämlich Galerius, Maximinus, Konstantin, Licinius, Maximianus und Maxentius. Von diesen trat zuerst Maximianus vom Schauplatz ab. Nach einem vergeblichen Versuch, seinen Sohn in Rom zu stürzen, flüchtete er sich nach Gallien zu Konstantin und wurde von diesem, weil er eine Meuterei in seinem Heer hervorgerufen hatte, 310 getötet; Galerius starb 311, Maxentius ward 312 van Konstantin in einer berühmten Schlacht, die bei Saxa rubra, 9 Millien von Rom, begann und an der Milvischen Brücke endigte, geschlagen und ertrank im Tiber; Maximinus wurde 313 von Licinius bei Adrianopel geschlagen und starb auf der Flucht. So blieben also nur Konstantin und Licinius als Kaiser übrig. Zwischen beiden kam es schon 314 zum Krieg. Licinius wurde in zwei Schlachten, bei Cibalis und Adrianopel, geschlagen und zu einem Frieden genötigt, durch den ihm außer Asien und Ägypten bloß Thrakien verblieb; 323 brach der Krieg von neuem aus: Licinius wurde bei Adrianopel (3. Juli) und bei Chalcedon (18. September) geschlagen und fiel selbst in die Hände seines Gegners, der ihn gegen das gegebene Wort 324 zu Thessalonika hinrichten ließ. So blieb Konstantin als der alleinige Herrscher des Reichs übrig. Die Regierung Konstantins ist in mehreren Punkten die Fortbildung der von Diokletian in Angriff genommenen festeren Organisation des Reichs. Die neuen Regierungsformen konnten nicht wohl in dem Mittelpunkt der alten Republik, wo sich noch immer republikanische Erinnerungen und Formen erhalten hatten, ihren Hauptsitz haben. Wie daher schon Diokletian seine Residenz nach dem Osten, nach Nikomedeia, verlegt hatte, so erhob Konstantin Byzanz zu seiner Residenz. Er baute dasselbe so gut wie ganz neu auf und betrieb sein Werk mit solchem Eifer, daß, obgleich erst am 4. Nov. 326 die feierliche Grundlegung der westlichen Mauern stattfand, schon nach weniger als vier Jahren, am 11. Mai 330, die Einweihung der Residenz erfolgen konnte, die er nicht ohne Berechtigung als ein von ihm geschaffenes Werk Konstantinopolis nannte.

Ferner schuf Konstantin ein fest gegliedertes Beamtentum. An dessen Spitze befanden sich sieben oberste Reichs- und Hofbeamte, die wir mit modernen Ausdrücken bezeichnen würden als Oberkammerherr, Hofmarschall, Kanzler, Reichsschatzmeister, Schatzmeister des Fürsten, die Obersten der Leibwache zu Pferd und zu Fuß. Jeder dieser Beamten hatte eine Menge von Unterbeamten, die alle sacri (heilig) waren, und deren Verletzung als Hochverrat angesehen wurde. Um aber bei ihnen das Gefühl der Abhängigkeit möglichst lebhaft zu erhalten, waren durch gewisse Ehrenprädikate (illustres, spectabiles, clarissimi, perfectissimi, egregii) Rangabstufungen eingeführt, deren Nichtbeobachtung streng bestraft wurde. In betreff der Provinzen wurde die neue Einrichtung getroffen, daß das Reich in 4 Präfekturen, 13 Diözesen und 116 Provinzen eingeteilt sowie Militär- und Zivilverwaltung völlig getrennt wurde. Alles dies machte eine Erhöhung der bestehenden und Einführung neuer Steuern nötig, wie einer Kopf- und Gewerbesteuer, des sogen. Chrysargyrums, die als besonders drückend von den Schriftstellern beklagt werden. Zu diesen Maßregeln kam die Erhebung des Christentums zur Staatsreligion im Jahre 324, nachdem den Christen schon 313 durch das Mailänder Edikt Duldung zugesichert worden war. Obwohl Konstantin die Taufe an sich selbst erst auf seinem Totenbett vollziehen ließ, so handelte er doch schon früher als Christ, wie er denn 325 das erste ökumenische Konzil zu Nicäa berief, um die Händel zwischen Arius und Athanasius zu schlichten. Der persönliche Charakter Konstantins ist nicht ohne Flecke; den dunkelsten bilden neben der Hinrichtung seines Gegners Licinius die seines Sohns Crispus (326), wahrscheinlich aus Eifersucht auf seinen kriegerischen Ruhm, und 327 die seiner Gemahlin Fausta auf die Anklage der Verletzung der ehelichen Treue, ohne daß eine Untersuchung angestellt worden wäre. Konstantin starb am 22. Mai 337 in Nikomedeia, als er eben die Zurüstungen zu einem Kriege gegen die Perser traf. Antike Statuen des Kaisers und seines Sohns Konstantin II., in den Konstantinsthermen auf dem Quirinal gefunden, stehen auf dem Kapitolsplatz in Rom.

Literatur

Von "http://www.numispedia.de/Hintergrund:Konstantin_I._%28Rom%29"

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