Hintergrund:Bayern
Seit dem 6. Jahrhundert existiert das Herzogtum der Bajuwaren mit dem Sitz in Regensburg unter der Dynastie der Agilolfinger. Im 10. Jahrhundert hatte das Herzogtum die größte Ausdehnung unter Einschluß der Ostmark (Österreich) und der Marken Verona, Krain und Istrien erreicht. Bayern gelangte dann an Herzöge aus den Häusern der Salier, der Babenberger und der Welfen. 1180 nach Absetzung Heinrichs des Löwen wurde das um Österreich verkleinerte Herzogtum an das Haus Wittelsbach verliehen.
Die territorialen Verluste durch die Verselbständigung der geistlichen Fürstentümer Regensburg, Salzburg, Bamberg, Brixen, Freising und Passau und die Übergabe Tirols an Österreich konnten teilweise durch den Gewinn der Pfalzgrafschaft bei Rhein und dem Erbe der Andechser, Bogener und Ortenburger Grafen kompensiert werden.
1254 wurde das Land in Oberbayern (mit Nordgau, Pfalz, Kurwürde) und Niederbayern geteilt. Nach dem Vertrag von Pavia 1329 entstanden daraus die ältere pfälzische Linie (Kur, Pfalz, Oberpfalz) und die jüngere bayrische Linie (Oberbayern, Niederbayern).
Der 1314 zum deutschen König gewählte Herzog Ludwig IV. von Oberbayern vermehrte den wittelsbachischen Besitz, Bayern erhielt Brandenburg (bis 1373), die niederländischen Grafschaften Holland, Seeland, Friesland und Hennegau, die 1433 an Burgund gingen, sowie erneut Tirol.
1349 ff. wurde der Besitz der bayrischen Linie geteilt unter den Söhnen Ludwigs IV. Im eigentlichen Kernland entstanden dabei die Linien Oberbayern (Bayern-München), Niederbayern (Bayern-Landshut) und Bayern-Straubing. Aus dem 1363 wieder vereinten Oberbayern und Niederbayern entstanden 1392 die Linien Bayern-München, Bayern-Landshut und Bayern-Ingolstadt (+1445). Bayern-Straubing wurde 1425 von den anderen Linien beerbt.
1503 starb Herzog Georg der Reiche aus der Landshuter Linie. Es kam zum Erbfolgekrieg. 1505 erlangte Bayern-München den Besitz am Landshuter Landesteil, allerdings vermindert um das zur Abfindung des weichenden Erbprätendenden Albrecht von der Pfalz neugeschaffene Fürstentum Pfalz-Neuburg.
1506 wurde die Unteilbarkeit des Landes festgestellt. 1623 erhielt Bayern die Kurwürde. Zwischen 1704-1714 war das Land im Besitz der Habsburger. Nach Aussterben der bayrischen Wittelsbacher 1777 wurden diese von der pfälzischen Hauptlinie beerbt, nach deren Aussterben 1799 vereinigte Kurfürst Maximilian IV. Josef aus der Nebenlinie Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld alle wittelsbacher Besitzungen in einer Hand.
Durch den Reichsdeputationshauptschluß von 1803 und die napoleonischen Kriege erlangte Bayern Gebietsgewinne v.a. in Franken, verlor aber Tirol. 1806 wurde es Königreich.
1815 trat das Königreich Bayern dem Deutschen Bund und 1871 dem Deutschen Reich bei. Dem 1919 entstandene Freistaat Bayern schloß sich das frühere Herzogtum Sachsen-Coburg an. 1934 hoben die Nationalsozialisten die Staatlichkeit Bayerns auf. 1945 gelang die Wiederherstellung des Freistaats allerdings unter Verlust der Pfalz. 1949 trat der Freistaat Bayern der Bundesrepublik Deutschland bei.
![[Hauptseite]](/stylesheets/images/numispedia.gif)