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Hausgenosse

(Weitergeleitet von Hausgenossen)

Zu den häufig vorkommenden Münzen des späten Mittelalters gehören die Wiener Pfennige mit dem Wiener Kreuzschild und herum den Buchstaben W – H – T , die als die Abkürzungen für „Wiener Hausgenossen Teschler“ stehen. Nikolaus Teschler war 1460-1463 Münzmeister in Wien, war also der für die Münzprägung verantwortliche Mann. Aber was sind Hausgenossen?

Als im 12. Jh. Handwerk, Handel und damit die Geldwirtschaft stark wuchsen, entwickelte sich in einigen Münzstätten, vor allem in bischöflichen Münzstätten, das Amt der Hausgenossen, z. B. in Goslar, Köln, Mainz, Trier, Worms, Speyer, Straßburg, Basel, Bamberg, Augsburg, Passau, Regensburg und Wien. Sie waren eng mit der Münzstätte verbunden, unterstanden der Gerichtsbarkeit des Münzmeisters und nicht der Stadt, teilweise lebten sie im Münzgebäude; sie stammten oft aus Familien, die Münzarbeiter gewesen waren, aber sie waren meist keine Münzarbeiter mehr und hatten nichts mit der eigentlichen Münzprägung zu tun. Ihre Aufgabe war es, das Silber für die Münzprägung heranzuschaffen. Sie hielten den Kontakt zu den Silberhändlern, sie hatten das Monopol auf den Geldwechsel, sie setzten den Münzzwang durch, der die Bezahlung mit fremden Währungen verbot, sie mussten auch Fälschungen erkennen, die Fälscher ermitteln und sie vor das Gericht des Münzmeisters bringen. Sie waren Bankiers und Münzpolizei.

Die Zahl der Hausgenossen war von Münzstätte zu Münzstätte unterschiedlich, sie war auch vom Prägevolumen der Münzstätte und ihrem Silberbedarf abhängig. Das Amt wurde aber immer nur innerhalb weniger Familien weitergegeben. Starb ein Hausgenosse, so wurde normalerweise ein junger Hausgenosse aus seiner Familie aufgenommen. In Bamberg z. B. gab es regulär 24 Hausgenossen. Dort wartete man dann, bis 12 gestorben waren, und von den überlebenden 12 bestimmte jeder ein neues Mitglied, so dass die 24 wieder voll waren.

Gegen Ende des Mittelalters änderte sich vieles. Bischöfliche Münzstätten wurden von den Städten übernommen, die beständiges Geld und nicht ständigen Wechsel der geltenden Münzen wollten. Neue Silberquellen wurden erschlossen, und damit wurde die Beschaffung des Münzmaterials einfacher. Die Hausgenossen verloren ihre Aufgaben, sie wurden überflüssig.

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