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Grünthal, Prägestätte

Die Münzstätte Grünthal wurde im Althammer der Saigerhütte Grünthal im Erzgebirge unweit Olbernhau in der Kipper- und Wipperzeit im Jahre 1621 als Filiale der Münzstätte Dresden eingerichtet. Nach dem Ende der Kipperzeit und der Rückkehr zur Reichsmünzordnung erfolgte 1623 die Schließung der Münze. Von 1752 bis 1755 wurde die Kapazität des Kupferhammers erneut für die Münzprägung genutzt. In diesem Zeitraum prägte die Münze Nominale für das Königreich Polen. Ab 1804 erfolgte die gesamte Kupferausmünzung für Sachsen bis zur endgültigen Schließung des Münzbetriebes im Jahre 1825.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Kipper- und Wipperzeit

In der Kipper- und Wipperzeit wurde im Althammer der Saigerhütte Grünthal von 1621 bis 1623 einseitig geprägte Billonpfennige hergestellt. Die Münzstätte Grünthal war die einzige sächsische Kippermünzstätte, die auf die Prägung von Pfennigen spezialisiert war. Eine weitere Besonderheit war, dass die Münzstätte nicht wie die zahlreichen anderen Land- und Pachtmünzen der Kipperzeit selbständig münzte, sondern dem Dresdner Münzmeister Heinrich von Rehnen unterstand. Die Hütte war seit 1567 im Besitz der Wettiner, wodurch sich die übergeordnete Leitung der Münze durch den „Kurfürstlich-Sächsischen Münzmeister“ erklärt. Die Prägung der Pfennige ließ der Hüttenschreiber und Schichtmeister August Rothe mit den in der Münzstätte Dresden geschnittenen Stempeln ausführen. Mit dem Ende der Kipperzeit im Jahre 1623 wurde im Kurfürstentum Sachsen wieder nach der Reichsmünzordnung geprägt, der Kurfürst August 1571 beigetreten war. Die Kippermünzstätte wurde deshalb 1623 geschlossen.

Kupfermünzen für Polen

Im Zusammenhang mit den Bestrebungen das polnische Münzwesen zu reformieren, wurde die Kapazität des Althammers von 1752 bis 1755 erneut für die Münzprägung genutzt. Für das Königreich Polen prägte die Saigerhütte Grünthal Szelagi (Schillinge) und Groszy (Groschen im Wert von 3 Schillingen) mit dem Brustbild Augusts III. und dem gekrönten Wappenschild in Kartusche. Die Kupfermünzen tragen leider kein Münzmeisterzeichen. Da auch seit 1749 in Guben (Gubin), in der Nähe der damaligen polnischen Grenze, diese Nominale geschlagen wurden, ist eine sichere Zuweisung der Münzstätte nicht möglich. In beiden Münzstätten wurden riesige Mengen geprägt. Allein im Jahre 1753 waren es rund 25.000.000 Schillinge und 260.000 Groschen. Die Ausprägung der Gold- und Silbermünzen für Polen erfolgte in der dafür spezialisierten Münzstätte Leipzig. Als im Jahre 1756 die preußischen Armeen Friedrichs II. im Siebenjährigen Krieg Sachsen besetzten, wurden die Prägungen abgebrochen.

Verlegung der Kupferausmünzung von Dresden nach Grünthal

Die kurfürstliche Saigerhütte lieferte bis 1802 die Platten für die Herstellung der Kupfermünzen an die Münzstätte Dresden. Die hohen Transportkosten führten 1803 zum Versuch, direkt am Herstellungsort der Münzrohlinge die Kupfernominale zu prägen. Die in Grünthal geprägten ersten Münzen waren Dreier ohne Münzmeisterzeichen mit der Inschrift III/PFENNIGE/1803 und die kurz darauf geprägten Pfennige. Die Münzen waren qualitativ nicht von den in Dresden geprägten zu unterscheiden. Das führte dazu, dass 1804 die gesamte Kupferausmünzung von Dresden nach Grünthal verlegt wurde. Das waren die genannten Pfennige und Dreier sowie die späteren Heller (ab 1805) und 4-Pfennig-Stücke (ab 1808).

Nach Einführung der Ringprägung in der Münzstätte Dresden wurde die Münzprägung in der „Pfennigmünze zu Grünthal“ 1825 aus technischen Gründen endgültig eingestellt.

Leiter der Münzstätte Grünthal

Leiter von bis Münzmeisterzeichen Bemerkung
August Rothe 1621 1623 Hüttenschreiber und Schichtmeister
Johann Gotthelf am Ende 1752 1755
Johann Ernst Croll 1803 1804 C Samuel Gottlieb Helbig führte 1803/1804 mit Crollschen Stempeln noch als Saigerhüttenfaktor die ersten Prägungen aus.
Samuel Gottlieb Helbig 1804 1813 SGH, H
Johann Gotthelf Studer 1814 1825 S 1825 Einstellung der Münzprägung


Von 1804 bis 1825 erfolgte die Münzprägung unter der Aufsicht der Dresdner Münzmeister Croll, Helbig und Studer.

Literatur

Weblinks

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