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Goldstaubgewichte

Das Gebiet der Akanvölker - zu denen die Aschanti und die Baule gehören war für seinen Goldreichtum bekannt. Bis ins späte 19. Jahrhundert waren sie wichtige Handelspartner der Europäer. In Ghana wurde Goldstaub bis in unser Jahrhundert als Zahlungsmittel benutzt.

Der Goldstaub wurde mit Hilfe kleiner Gewichte abgewogen. Insgesamt waren über 50 Gewichtsbezeichnungen bekannt, die jedoch selten in vollem Umfang zur Verfügung standen. Beim Abwiegen des Goldstaubes wurden Löffelchen aus getriebenen Messingblech verwendet. Blasschaufeln dienten zur Reinigung. Meist kamen zungenlose Balkenwaagen zum Einsatz. Da nur der Besitzer das genaue Gewicht der einzelnen Stücke kannte - sie waren nicht genormt - mußten sich Verkäufer und Käufer zuerst durch gegenseitigen Vergleich ihrer Gewichte über den Preis einig werden. Dieses Feilschen zog sich oftmals recht lange hin, da seitens des Verkäufers das Gewichts des Käufers zu leicht war oder der Käufer der Meinung war, das Gewicht des Verkäufers sei zu schwer oder der Goldstaub entspreche nicht der nötigen Qualität. Es existierten 3 Gruppen von Gewichten. Die Mehrzahl der Goldgewichte hatte eine geometrische Form. Daneben gab es jedoch viele figürliche Darstellungen wie Szenen des täglichen Lebens, Miniaturabbildungen von Musikinstrumenten, Waffen, Menschenfiguren oder Gebrauchsgegenständen, wie z.B. Hockern und Stühlen. Die figürlichen Gewichte waren oft als bildliche Wiedergaben von Sprichwörtern gedacht.


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Die dritte Gruppe von Gewichten bestand aus natürlichen Objekten, Käfer, Schnecken, Krabben, kleinen Früchten etc. die als Gußkern benutzt wurden. Die Gewichte sind aus einer Gelbgußlegierung nach einem Wachsmodell im Gußverfahren der der verlorenen Form hergestellt d.h. jedes Gewicht ist einzigartig. Zunächst wurde hierbei ein Modell aus Wachs gefertigt. Dieses wurde dann mit einer dicken Schicht Lehm umhüllt und kam in den Schmelzofen. Durch die Hitze schmolz das Wachs und konnte entfernt werden - das Modell hatte sich nun im Lehm entsprechend abgedrückt. Dann wurde die Temperatur des Schmelzofens erhöht um das benötigte Metall zu schmelzen. Das flüssige Metall wurde in die Lehmform gefüllt. Nachdem das Metall sich abgekühlt hatte wurde die Form zerschlagen und das Gewicht entnommen. Zum Abschluss wurden noch die Kanten abgeschliffen und geglättet.
Einige geometrische Formen der Goldstaubgewichte im Beispielbild :
bild:ashanti.jpgbild:ashanti2.jpg


Von "http://www.numispedia.de/Goldstaubgewichte"

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