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Goldgulden

Ursprung und Namensgebung

Der (Gold)gulden [abgeleitet von "golden" oder "goldener"] ist eine im späten Mittelalter gebräuchliche Fernhandelsmünze, ursprünglich aus Gold, daher der Name, später auch aus Silber.

Die dafür gebräuchliche Abkürzung "fl." für den Alternativnamen "Florentiner" (lat. florenus aureus) leitete sich von Florenz, dem Ursprungsort der ersten Prägung im Jahre 1252, ab. Dort lautet der Name "Fiorino" in Deutsch "Floren". Gulden waren zuerst aus Gold (Gewicht von 3,54 g), 1486 kam der Silbergulden (Guldengroschen), der die Ära des Talers einleitete, hinzu. So entstand die Bezeichnung "Goldgulden" oder "Goldgülden" zur Unterscheidung von den Silbergulden.

Ursprung in Deutschland

Der "Fiorino" geriet durch den Handel mit Nordeuropa in den deutschsprachigen Raum. Seit 1339 versuchten sich Lübecker Ratsmänner aus der Beschränkung des Münzregals von 1226 zu lösen. In Verhandlungen unter der Führung des Reichsgrafen Berthold von Henneberg für Lübeck mit dem Kaiser Ludwig IV. der Bayer (1282 bis 1347) gelang es das Münzregal auszuweiten. Mit der Urkunde aus Landshut vom 25. März 1340 und der Maßgabe einer Nachahmung der florentiner Gulden in Aussehen, Schrot und Korn prägte Lübeck in Deutschland die ersten (Gold)gulden Florentiner Typs. 1342 wurden bereits über 30.000 Goldgulden (mit einem Rauhgewicht von 3,53g) unter dem Münzmeister Johannes Salenbem geprägt.

Aus weiteren Nachahmungen des Floren bildete sich allmählich der rheinische Goldgulden aus und sorgte so für die weitere Verbreitung (rheinischer Münzverein). Damit wurde der Goldgulden die verbreitetste Goldmünze des späten Mittelalters, besonders in Ungarn (dort sogar in 1325 vor Lübeck), Deutschland, Schweiz, Österreich, Niederlande und auch Frankreich.

Erscheinungsbild

BASEL (Reichsmünzstätte) - Goldgulden o.J. (15. Jh.) FRIEDRICH III
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BASEL (Reichsmünzstätte) - Goldgulden o.J. (15. Jh.) FRIEDRICH III

Auf der Vorderseite des Floren war ursprünglich eine Lilie abgebildet, das Stadtsymbol Florenz und auf der Rückseite der Heilige St. Johannes. Die Umschrift bestimmt welches die Vorderseite oder die Rückseite ist. Die Vorderseite ist meist dem Prägeherrn vorbehalten und war für Florenz und auch Lübeck in den Anfangsjahren die Lilie. Später entwickelte sich der heilige St. Johannes zur Vorderseite. Es gibt keinen Zweifel, das für den mittelalterlichen Menschen einem Heiligen ein weit höherer Rang zukommt als einer Lilie oder einem Wappenbildnis.

Um Prägungen von verschiedenen Territorien zu unterscheiden, entwickelten sich im Laufe der Jahre verschiedene Münzbildnisse. St. Johannes wurde in Mainz 1365 durch einen Bischoff ersetzt, die Lilie durch ein Wappen. Weitere Bildnise in Form von den Heiligen Petrus, Christus, St. Andreas, St. Martin, Madonna und sogar in Form von nichtheiligen Bildnissen eines Ritters oder stehenden Pfalzgrafen kamen noch im 14. Jahrhundert hinzu. Erst im 16. Jahrhundert wurden die Heiligen durch Herrscherbildnisse ersetzt.


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