Hauptseite | Letzte Änderungen | Seite bearbeiten | Versionen

Druckversion | Lizenzbestimmungen

Nicht angemeldet
Anmelden | Hilfe
 

Günzburg, Prägestätte

Im Jahr 1760 war die Münzsituation in Vorderösterreich dadurch geprägt, dass vollwertige österreichische Silbermünzen gegen geringwertige Scheidemünzen aus ganz Südwestdeutschland getauscht wurden. Das Silber wurde eingeschmolzen und verschwand in dunkle Kanäle. Als Reaktion suchte die Wiener Hofkammer nach einem geeigneten Standort für eine Münzstätte in Vorderösterreich. Günzburg setzte sich schließlich gegen Freiburg und Kostanz als kaiserliche Münzstätte durch. Da in Günzburg keinerlei geeignete Gebäude vorhanden waren, musste man bauen. Damit dabei alles in geordneten Bahnen ablief, wurden drei Münzbeamte nach Günzburg versetzt. - als Münzmeister Franz de Paula Käschnitz von Weinberg (bis dahin Münzmeister in Karlsburg) - als Münzwardein Hubert Joseph von Clotz (bis dahin Wardeinsadjunkt in Wien) - als Kassier Joseph Faby (bis dahin Praktikant in Hall) Franz de Paula Käschnitz von Weinberg, der nie begeistert von seiner Versetzung war, verstarb noch während der Bauvorbereitungszeit und wurde ersetzt durch Tobias Schöbl (bis dahin Wardein des Hauptmünzamtes Wien). 1763 wurde mit dem Bau Münzgebäudes am Egelsee (Teil des Flüsschens Günz) begonnen. Das Münzamt entstand ab 1764 innerhalb der Stadtbefestigung als Anbau am markgräflichen Schloss. Bis zu Fertigstellung der Gebäude 1767 wurde im alten Teil Schloss geprägt, allerdings unter heftigem Protest des dort residierenden Landvogts. Geprägt wurden zunächst silberne Kreuzer und Taler. 1768 wurde die Münzstätte um einen eigenen Kupferhammer erweitert. Dadurch konnten auch Kupfermünzen in Günzburg geprägt werden. Da die Auslastung der Münzstätte zeitweise sehr gering war, wurden ab 1772 auch Münzen für fremde Rechnung hergestellt (Konstanz, Fürstenberg, Ulm, Augsburg, Straßburg, Luxemburg und Görz). Als 1780 die Maria Theresia starb, erging nach Günzburg die Anweisung, die Taler mit dem Bild der Kaiserin (Maria-Theresien-Taler) mit der Jahreszahl 1780 weiterzuprägen um in der Levante weiterhin im Geschäft zu bleiben. Zweimal wurde der Prägebetrieb für längere Zeit unterbochen: 28.07.1796 bis 30.11.1796 und 11.05.1800 bis 09.12.1801. Beidesmal war der Grund die Besetzung von Günzburg durch französische Truppen. Am Nachmittag des 07.10.1805 stellte die Münzstätte Günzburg seine Tätigkeit ein. Am 07.03.1806 wurde die Münzstätte an den bayerischen König übergeben und die verbliebenen Münzbeamten vom Eid auf den österreichischen Kaiser entbunden. 1807 wurde das verbliebene Material in die Münze nach München verbracht. Diese Aktion endete am 01.09.1807. An diesem Tag hörte die Münzstätte Günzburg auf zu existieren. Der Maria-Theresien-Taler wurde in Wien und an anderen Orten weitergeprägt. Die Münzmeisterzeichen S.F. auf diesen Talern erinnern allerdings immer noch an die beiden Günzburger Münzbeamten Schöbl und Faby.


Siehe auch:


Von "http://www.numispedia.de/G%FCnzburg%2C_Pr%E4gest%E4tte"

Diese Seite wurde bisher 2974 mal abgerufen. Diese Seite wurde zuletzt geändert um 20:54, 12. Jul 2007. Inhalt ist verfügbar unter der Creative Commons.


[Hauptseite]
Hauptseite
Letzte Änderungen
Zufälliger Artikel
Aktuelle Ereignisse

Seite bearbeiten
Diskussion
Versionen
Was zeigt hierhin
Verlinkte Seiten

Spezialseiten
Kontakt