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Farthing

Englische Münze zu 1/4 Penny. Schon vor der Eroberung Englands durch die Normannen 1066 war es üblich, die silbernen Pennies durch Zerschneiden in Halbe und Viertelpennies zu teilen. Farthing bedeutet angelsächsisch Viertel. Die erste Ausmünzung dieses Nominals in Silber ließ der spätere König John (1199-1216) noch als Lord von Irland 1190 in Dublin prägen. Von seinem Nachfolger Henry III. (1216-1272) ist dann eine erste Farthing-Prägung in London bekannt. Nennenswerte Prägezahlen gab es erst unter Eduard I. (1272-1307) im Gewicht von zunächst 0,44 später nur noch von 0,36 Gramm. Eduard VI. (1547-1553) ließ sie im Gewicht von 0,21 Gramm prägen, damit endete die Ausmünzung des silbernen Farthing. Elisabeth I. (1558-1603) ließ noch Stücke zu 3 Farthing in Silber im Gewicht von 0,39 Gramm ausbringen. Das Publikum hatte aber gleichwohl für Geschäfte des täglichen Lebens Bedarf an einer Münze mit dem geringen Wert von 1/4 -Penny. Jakob I. (1603-1625) versuchte dem Mißstand abzuhelfen und vergab an Lord Harrington eine Lizenz zur Herstellung offizieller Farthing-Münzen. Um die Kupfermünzen dem Volk gefällig zu machen, wurden die ersten Ausgaben verzinnt. Die Lizenz ging im Erbgang an Lord Lennox, dann an die Duchess of Richmond. Offenbar war deren Geschäft gut, denn es tauchten Unmengen von Fälschungen auf. Ein neuer Lizenznehmer, Lord Maltravers versuchte die Münzen mit einem "plug" aus Messing fälschungssicher zu machen, diese Ausgabe ist als "Rose Farthing" bekannt. Aus dieser Zeit stammt der englische Spruch "not worth a brass farthing", der dem deutschen "keinen roten Heller wert" entspricht. Der Bedarf des Publikums an Kleingeld konnte aber nicht gestillt werden und vor allem nach 1660 entstanden Unmengen privater Token, die meisten mit dem Nennwert zu einem Farthing. 1672 ließ Charles II. (1660-1685) von John Roettiers einen neuen Typ Farthing entwerfen mit der Britannia auf der Rückseite, der zunächst in Kupfer, dann auch bis 1692 in Zinn mit einem Kupferstift und unter den folgenden Monarchen bis 1775 wieder in Kupfer geprägt wurde. Danach errangen wieder Fälschungen und private Token die Vorrangstellung bis 1799 und 1806/07 die Farthing-Prägung von Boulton und Watt einsetzte. Nach der "Great Recoinage" 1816 nahm man die Herstellung des Britannia-Farthings in der Tower Mint wieder auf, allerdings gelang es erst nach Einführung der verkleinerten Bronzemünze 1860 dem zwischenzeitlich wieder aufgelebten Token-Unwesen Einhalt zu gebieten. Für die geplante Münzprägung König Edwards VIII. war ein neues Design der Rückseite mit dem Zaunkönig entworfen worden. Nur ein einziges Probeexemplar mit Jahreszahl 1937 ist bekannt. Das neue Design wurde dann von George VI. (1937-1952) und von Elizabeth II. (1953-) übernommen. Die Abwertung des britischen Pfundes machte das Nominal überflüssig und so wurde es 1956 letztmals ausgeprägt. Sein irisches Gegenstück mit dem Abbild der Waldschnepfe überlebte noch bis 1966. Münzen zu einem Farthing gab es auch für die Isle of Man, Jamaica und Südafrika.

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Farthing 1837

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Farthing 1875

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Farthing 1946

Von "http://www.numispedia.de/Farthing"

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