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Dortmund, Prägestätte

Dortmund, Reichsstadt

Dortmund wurde im 9. Jahrhundert erstmals erwähnt, spätestens seit 1226 ist es Reichsstadt, die einzige in Westfalen. Im 13. Jahrhundert wurde die Stadt vom König an die Kurfürsten und Erzbischöfe von Köln und die Grafen von der Mark verpfändet. Dortmund geriet darauf in die "Große Dortmunder Fehde." 1343 und 1504 gelang der Erwerb jeweils einer Hälfte der Grafschaft Dortmund. Die Reichsfreiheit der Stadt wurde 1514 vom Kaiser bestätigt. Dortmunds Selbständigkeit endete infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803. Das Gebiet von 2,3 Quadratmeilen mit etwa 6000 Einwohnern fiel an das Herzogtum Nassau-Oranien und wurde von den Herzögen 1815 mit anderen deutschen Gebieten im Austausch für das Großherzogtum Luxemburg an Preußen gegeben. Zwischen 1808 und 1815 hatte Dortmund ein Intermezzo als Bestandteil des Großherzogtums Berg erlebt.


Dortmund, Prägestätte

In Dortmund wurden vom ausgehenden 10. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts Münzen geprägt. Die ältesten Dortmunder Pfennige stammen aus der Königszeit Ottos III. (983-996). Münzfunde aus dem Ostseeraum, insbesondere auf der Insel Gotland, zeigen die große Verbreitung Dortmunder Münzen des 10. und 11. Jahrhunderts. Nach etwa 1100 bricht dieser Export ab, der Umlauf des Dortmunder Geldes bleibt nun im wesentlichen auf Westfalen beschränkt.

Wegen der europaweiten Inflation ging die Ära der Dortmunder Pfennige unter König Wenzel (1376-1419) zu Ende. Sein Nachfolger Sigismund erhob mit einer Urkunde vom 8. Februar 1419 Dortmund erneut zur Münzstätte und regelte die Prägung von Gold- und Silbermünzen. Im 15. Jahrhundert wurden insbesondere Goldgulden, Weißpfennige, Stüber und Reinoldusalbusse (Münzen mit dem Dortmunder Stadtheiligen Reinoldus) geprägt. Die Dortmunder Münzproduktion wurde in den folgenden Jahrhunderten immer wieder unterbrochen, so ruhte die Münze seit etwa 1510 für 3 Jahrzehnte. In den Jahren von 1541 bis 1566 wurden in Dortmund Taler mit dem zugehörigen Kleingeld (1/12 Taler, 9 Pfennig, 3 Pfennig, Heller und Stüber) geprägt. Erst nach der Erlaubnis Kaiser Ferdinands II. (1619-1637) schlug man in Dortmund wieder Gulden, Dukaten, Taler, Schilling und halbe Blamüser (1/16 Taler).

Nach der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in der Dortmunder Münzstätte minderwertiges Geld geprägt. Die Silbermünzen aus den Jahren 1750er Jahren enthielten so viel Kupfer, dass sie rot wurden. Kaiser Franz I. (1745-1765) entzog deshalb der Reichsstadt Dortmund im Jahre 1760 das Münzprivileg. So endete mit der Prägung eines Viertelstübers von 1760 die Münzgeschichte der Reichsstadt Dortmund, die nach dem Dreißigjährigen Krieg zu einem wirtschaftlich und politisch unbedeutenden Ackerbürgerstädtchen herabgesunken war.

Im frühen 20. Jahrhundert erhielt die Stadt Dortmund das Recht, Notgeld zu prägen und zu drucken. Im Kriegsjahr 1917 wurden wegen Kleingeldmangels 5, 10 und 50 Pfennig Münzen ausgegeben. Während der Inflationszeit der 1920er Jahre wurden Notgeld-Scheine bis zu einem Wert von 5 Billionen Mark gedruckt.


Literatur:

Peter Berghaus, Die Münzen von Dortmund, (Dortmunder Münzgeschichte, Bd. 1), Dortmund 1978.

Winfried Zacharias, Dortmunder Geld im Spiegel der deutschen Geldgeschichte seit 1871, (Dortmunder Münzgeschichte, Bd. 2), Dortmund 1981.

Von "http://www.numispedia.de/Dortmund%2C_Pr%E4gest%E4tte"

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