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Hintergrund:Deutschland

(Weitergeleitet von Deutschland)

Unter dem Begriff Deutschland wurden seit dem Spätmittelalter die deutschsprachigen Teile des Hl. Römischen Reiches verstanden. Nach der Lösung Burgunds und Italiens vom Reich wurde der Begriff Deutschland mit dem des Reiches amalgamiert. Das Hl. Römische Reich nannte sich jetzt "deutscher Nation". Seit dem Westfälischen Frieden von 1648 war das Hl. Römische Reich deutscher Nation de facto ein Staatenbund mehrerer hundert souveräner Einzelstaaten unter dem einflußarmen Präsidium des Kaisers.

Nach dem Ende des Alten Reichs 1806 und den sog. Freiheitskriegen gegen Napoleon wurde die politische Forderung nach der staatlichen Einheit Deutschlands virulent. 1815 kam es jedoch mit dem Deutschen Bund nur zu einer sehr lockeren Zusammenarbeit von ca. 40 souveränen Staaten. Der Versuch über ein gesamtdeutsches Parlament in Frankfurt zu einem einheitlichen deutschen Staat zu gelangen war 1848/49 gescheitert.

1866 konnte sich Preußen im deutsch-deutschen Krieg gegen Österreich durchsetzen und nach dem Sieg gegen Frankreich 1871 die Gründung des Deutschen Reiches als Erbkaiserreich unter preußischer Führung erreichen. Diese "kleindeutsche" Lösung wurde 1919 mit den Pariser Vorortverträgen besiegelt, indem dem deutschsprachigen Teil Österreichs der Beitritt zum Deutschen Reich verboten wurde. Trotz der seit 1919 republikanischen Staatsform wurde der Staatsname Deutsches Reich beibehalten. Nach dem dennoch erfolgten Anschluß Österreichs und der Besetzung des Sudetenlandes 1938 nannte sich das Deutsche Reich in den letzten Jahren der NS-Herrschaft Großdeutsches Reich, 1943 wurde diese Bezeichnung offizieller Staatsname.

1945 hoben die Siegermächte des 2. Weltkrieges die Annexionen Österreichs und des Sudetenlandes auf und übertrugen große Gebietsteile im Osten an Polen und die UdSSR. Das restliche Reichsgebiet wurde unter den vier Besatzungsmächten als Besatzungszonen aufgeteilt. Auf dem Gebiet der westlichen Besatzungszonen des Deutschen Reiches entstand 1949 in dessen Rechtsnachfolge die Bundesrepublik Deutschland. Parallel dazu gründete sich im Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) die Deutsche Demokratische Republik (DDR). 1990 kam es infolge des Untergangs der DDR zum Beitritt der aus dieser wiedererstandenen fünf Länder und des Ostteils von Berlin zur Bundesrepublik Deutschland.

In der numismatischen Praxis versteht man unter Deutschland als Sammelgebiet in engerem Sinn das Deutsche Reich seit Einführung der Mark, die deutschen Kolonien vor 1918, Besatzungsausgaben des 1. Weltkriegs, Saarland, Danzig, Besatzungsausgaben des 2. Weltkriegs, Allierte Besatzungsausgaben nach 1945, Bundesrepublik Deutschland einschließlich der Bank Deutscher Länder, Saar und Deutsche Demokratische Republik. Eine Zäsur ist dabei im Jahr 2002 mit der Einführung des Euro als umlaufende Währung eingetreten.

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