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Berlin, Prägestätte

(Weitergeleitet von Berlin)

Berliner Pfennig um 1370. Stehender Markgraf mit Lanze und Schwert. Rv. Berliner Bär nach links laufend
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Berliner Pfennig um 1370. Stehender Markgraf mit Lanze und Schwert. Rv. Berliner Bär nach links laufend

Geschichte

Berlin als Prägestätte wird urkundlich im Jahre 1280 das erste mal erwähnt. Die Urkunde ist auf den 4. April 1280 datiert. Es wurden Pfennige geprägt, die jährlich verrufen wurden, d. h. jedes Jahr wurden die alten Pfennige für ungültig erklärt und mussten gegen Pfennige eines neuen Typs eingewechselt werden. Für 16 alte Pfennige erhielt man 12 neue Pfennige. Aus der Differenz deckte der Markgraf nicht nur die Kosten der Prägung. Dieser Wechselzwang war eine Form von Steuer, von der der Markgraf lebte und die Kosten seiner Hofhaltung bestritt.

1369 kaufte die Stadt Berlin dem stark verschuldeten Markgrafen Otto VIII. von Wittelsbach die Münzstätte und das Prägerecht ab, denn die Bürger und Händler wollten die jährliche Einwechselung der Münzen vermeiden und einen "ewigen Pfennig" haben, der ohne zeitliche Begrenzung gültig war. Lange Zeit vermutete man, dass der zweiseitige Pfennig mit dem Bären auf der Rückseite (siehe Abbildung unten) dieser "ewige Pfennig" war. Lothar Tewes bestimmte jedoch vor einigen Jahren die einseitigen Helmhohlpfennige als die in Berlin und Frankfurt/Oder zwischen 1369 und 1508 von den Städten geprägten "ewigen Pfennige".

1540 bis 1542 prägte die Stadt kleine einseitige Silberpfennige, und 1621, in der Kipperzeit, Pfennige und Scherfe. 1666 wurde die städtische Münzstätte aufgegeben. 1740 bestätigte Friedrich II. bei seinem Regierungsantritt der Stadt Berlin noch einmal das Münzrecht; ausgeübt wurde es aber nicht mehr.

Die Stadt hatte 1369 zwar das Prägerecht gekauft. Das hieß aber nicht, dass der Markgraf nun nicht mehr in Berlin prägen durfte. 1448 verlor Berlin seine politische Selbständigkeit. Der Kurfürst baute in Cölln an der Spree, also in unmittelbarer Nachbarschaft, eine Burg, die er bald darauf zu seiner Residenz machte, er nahm den Berlinern das Recht, Zoll zu erheben, er setzte die städtischen Beamten selber ein, und er errichtete eine kurfürstliche Münzstätte, unabhängig von der städtischen Münzstätte. 1593 wurde sie in das Schloß verlegt, wo ab 1601 Prägemaschinen durch die Wasserkraft der Spree angetrieben wurden. 1680-1701 war sie im "Münzturm" des Schlosses, ab 1701 in der Unterwasserstraße Nr. 2 westlich des Kupfergrabens auf dem Friedrichswerder. 1752 wurde in der Münzstraße 10 ein neues Münzgebäude errichtet; die "Alte Münze", auch "Hauptmünze" genannt, arbeitete aber auch noch weiter. 1800 wurde ein neuerbautes Münzgebäude am Werderschen Markt bezogen, 1871 ein Neubau in der Unterwasserstraße 2-4, wo die bisher genutzte Wasserkraft durch Dampfmaschinen ersetzt wurde. Dort wurden ab 1948 auch die Münzen der DDR geprägt. Im Jahr 2005 wurde der Standort der Staatlichen Münze Berlin nach Berlin-Reinickendorf, Ollenhauerstr. 97, verlegt.

Seit 1750 ist der Buchstabe A das Münzzeichen für die in Berlin geprägten Münzen.

Münzmeister und Stempelschneider in Berlin


Münzmeister Zeitraum Münzmeisterzeichen
Boldicke, Andreas 1513 - 1518
Mühlrath, Paul 1538 - 1553
Krappe, Hans 1545 - 1553
Bossweil, Ulrich ab 1546
Kurt der Ältere 1553 - 1561
Kurt, Georg ab 1563
Lipphold 1565 - 1570
Widemann, Hieronymos der Jüngere ab 1571
Schreck, Conrad 1572 - 1580
Aschenbrenner, Michael 1580 - 1605
Bach, Gregor bis 1546 Wardein
Müller, Liborius der Ältere 1572 - 1580 Wardein
Burkhard um 1575 Wardein
Wolf, Peter 1583 - 1593 Eisenschneider
Pöschel, Jonas 1586 - 1589 Laborant
Hoffmann, Melchior 1586 - 1592 Laborant; 1592 - 1604 Wardein


Von "http://www.numispedia.de/Berlin%2C_Pr%E4gest%E4tte"

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