Berieben
Unter Bereibung versteht man das nachträgliche und meist unsachgemäße Bereiben der Münzoberfläche.
Eine Bereibung führt in der Regel zu einer Verdichtung der Münzoberfläche und bei starkem Druck (z.B. Putztuch o.ä.) zu einer Abrundung der Reliefkanten. Das Ergebnis ist eine mehr oder weniger glänzende Münzoberfläche, welche konsequent vom unterschiedlich gut erhaltenen Prägeglanz zu unterscheiden ist. Eine Vergröberung des Reliefs kann die Folge starker Bereibung sein. Insbesondere bei handgeprägten älteren Stücken (engl. hammered coins) ist im Zweifelsfall eine höherauflösende Lupe hilfreich. Eine Bereibung findet sich häufig in Verbindung mit einer entfernten Henkelspur im Rahmen der Restaurierung. Weitere mögliche Ursachen sind entfernte Fundbeläge (Korrosionen), Entfernung von Flecken unterschiedlichster Art (Tintensignatur o.ä.) oder auch einfach nur die in diesem Falle betrübliche Freude am Glanz. Eine Restaurierung sollte bei wertvollen Stücken deshalb unbedingt dem Fachmann vorbehalten bleiben (Metallrestaurator). Die Bereibung stellt eine eindeutige Wertminderung dar, kann aber bei seltenen Stücken auch durchaus akzeptiert werden (Preis/Leistung). Die Anführung der Bereibung im Auktionskatalog ist üblich (minimal berieben, stark berieben ...). Im günstigsten Fall sind die Spuren sehr oberflächlich, nur im Gegenlicht erkennbar und somit zu vernachlässigen. Das Problem der Bereibung bei älteren Silbermünzen ist, dass die Münze in der Regel nicht nachpatiniert. Sollte Patina entstehen, ist sie meist ungleichmäßig. Letztendlich entscheidet somit der subjektive Eindruck, ob das Stück einen Platz in der Sammlung findet oder nicht.
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