Antoninian
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Antoninian nennt man heute ein von Marcus Aurelius Antoninus (Caracalla - 198 bis 217 n.Chr) gegen Ende 214 eingeführtes Nominal. Da der Antoninian die auch auf Dupondien üblichen Verdoppelungskennzeichen Strahlenkrone bzw. Mondsichel (beides Äternitätssymbole) aufweist, nimmt man allgemein an, dass sein Nennwert 2 Denare betrug (Zur Wertigkeitstabelle). Auch sein erst jüngst nachgewiesener antiker Name "Bicharactus" (vgl. Weiser 2000) weist auf diesen Nennwert hin. Der Silbergehalt des Antoninians entsprach dem von 1 1/2 bis 1 2/3 Denaren, was die offenbar auf eine Steigerung des Prägegewinns abzielenden Politik Caracallas unterstreicht.
Hatte der Antoninian bei seiner Einführung mit ca. 2,65 g noch einen relativ hohen Silbergehalt, so nahm dieser im Laufe der Jahre und der wechselnden Kaiser immer mehr ab. Unter Quintillus (270 n.Chr.) wurde mit einem Feingehalt von ca. 0,07 g der Tiefpunkt erreicht. Die Münzreform Aurelians 274 n.Chr. brachte neben einer sorgfältigeren Prägung auf breiterem Schrötling eine Steigerung des Feingehalts auf ca. 0,19 g; gleichzeitig wurde im Abschnitt der Rückseite die Marke "XXI" üblich. Die Bedeutung dieser Marke ist umstritten. Einige Historiker (z.B. Harl 1996) gehen davon aus, dass Aurelian die Münze von ursprünglich 8 auf 20 Sesterze aufwerten ließ und dass das "XXI" diesen Nennwert kennzeichnet; andere (z.B. Howgego 2000) nehmen an, dass es sich um einen Hinweis auf die Legierung (20 Teile Kupfer auf 1 Teil Silber) handelt. Da einige wenige Münzen Aurelians mit "XI" bezeichnet sind und einen doppelt so hohen Feingehalt aufweisen wie die üblichen Antoniniane dieses Kaisers, trifft die letztere Deutung wohl zu. Die Prägung von Antoninianen wurde mit der Münzreform Diocletians 293 eingestellt.
Literatur:
- Crawford, Michael H.: Finance, Coinage and Money from the Severans to Constantine, in: Hildegard Temporini u. Wolfgang Haase (Hrsg.), Aufstieg und Niedergang der römischen Welt: Geschichte und Kultur Roms in Spiegel der neueren Forschung Bd. 2, Berlin u. New York 1975, S. 560-593.
- Harl, Kenneth: Coinage in the Roman Economy, 300 B.C. to A.D. 700, Baltimore u. London 1996.
- Howgego, Christopher: Geld in der antiken Welt: Was Münzen über Geschichte verraten, Darmstadt 2000.
- Weiser, Wolfram: Nominale römischer Münzen des 3.-5. Jahrhunderts n.Chr., in: Geldgeschichtliche Nachrichten 35, 200 (2000), S. 311-327.

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