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Amoli

Salz war seit jeher ein wichtiger Haushaltsartikel. In Äthiopien waren Salzbarren über Jahrhunderte ein universales Zahlungsmittel. Die zwischen 700g und 950g schweren Salzbarren hatten eine Größe von ca. 22 x 6 x 5,5 cm. Das gelblich-graue, unreine Salz war um die Längsachse mit dünnen Bändern aus Pflanzenfasern umwickelt um ein Zerbrechen oder Verkleinern zu verhindern. Angebot und Nachfrage regelten die Wertbestimmung der Barren. So war das Angebot von den Jahreszeiten abhängig. Nur in der Trockenzeit konnten die bis zu 300 Tragtiere umfassenden Karawanen täglich das Salz aus der Danakilsenke bzw. dem Tiefland nahe des Roten Meeres ins Hochland transportieren. Außerhalb der Trockenzeit wäre beim Transport ein zu hoher Verlust durch Wasserwirkung aufgetreten.

Anfang des 19. Jahrhunderts traten bedingt durch die Einführung des Maria-Theresien-Taler Wertschwankungen auf. Nun konnte ein fester Wertmesser ins Verhältnis gegen den Salzbarren gesetzt werden. Von da an kursierte der Salzbarren als Zahlungsmittel hauptsächlich für niedrigpreisige Artikel des täglichen Bedarfs. Im frühen 20. Jahrhundert wurden Kurse von 20 bis 50 Amolis auf einen Maria-Theresien-Taler genannt.<p> Hier einige Beispiele des Marktwertes eines solchen Barrens (ca. 1880 ):<p> - 3 Salzbarren = ein Pferd
- 3 Salzbarren = ein gegerbtes Fell
- 2 Salzbarren = 0,43 kg Kupfer
- 2 Salzbarren = eine rohe Haut
- 1 Salzbarren = ca. 5kg Tabak
- 1 Salzbarren = 8 bis 10 Hühner<p> Bis in die 40er Jahre wurde auch im Königreich Bornu ( heute zu Nigeria )Salz als Zahlungsmittel verwendet. Dabei wurden die großen importierten Salzbarren in speziell dafür hergerichteten Tontöpfen aufgelöst,und nach erneutem kristallisieren aus den Tontöpfen entfernt. Diese kleinen Salzbarren wurden "Mangul" genannt. Sie dienten als überregionales Zahlungsmittel und waren zudem ein unverzichtbarer Teil des Brautgeldes.<p> Auch in weiteren afrikanischen Ländern gab es Völker, die Salz in den verschiedensten Formen und Gewichtseinheiten als Zahlungsmittel nutzten. Es übernahm je nach Angebot,Nachfrage und Wertschätzung die Funktion von Klein- oder Großgeld. Gerüchten zufolge soll im Mittelalter Salz mit Gold in einigen Gebieten im Verhältniss 1 : 1 getauscht worden sein. bild:salz1.jpg

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